Ein US-Bundesgericht hat die Beschlagnahme von Kryptowährungen im Wert von 8,3 Millionen Dollar – darunter XRP und Bitcoin – sowie von Luxusvillen in Florida angeordnet. Die betroffene Person wird als „Cyber-Vermittler“ beschrieben, der an Lösegeldzahlungen beteiligt war. Dieser Schritt zeigt, dass die US-Behörden nicht nur die Angreifer, sondern auch die Mittelsmänner in Ransomware-Systemen ins Visier nehmen.
XRP und Bitcoin im Fokus
Die gerichtliche Verfügung nennt ausdrücklich XRP und Bitcoin als Teil der beschlagnahmten Vermögenswerte. Die genaue Aufteilung zwischen den beiden Kryptowährungen wurde nicht bekannt gegeben. Beschlagnahmungen von Kryptowährungen sind inzwischen Routine, da die Strafverfolgungsbehörden Blockchain-Transaktionen im Zusammenhang mit Lösegeldzahlungen nachverfolgen. Die Nennung von XRP – einer Token, die oft mit Ripple in Verbindung gebracht wird – ist jedoch ungewöhnlich, da solche Maßnahmen meist Bitcoin betreffen. Die Behörden haben die Vermögenswerte wahrscheinlich durch Blockchain-Analysen und Finanzunterlagen identifiziert.
Auch Villen in Florida beschlagnahmt
Neben den digitalen Werten umfasst die Anordnung auch Luxusvillen in Florida. Es wird angenommen, dass die Immobilien mit Erlösen aus Lösegeldverhandlungen erworben wurden. Dies zeigt, dass die Behörden nicht nur Kryptowährungen, sondern auch andere Vermögenswerte aus illegalen Aktivitäten ins Visier nehmen – selbst Strandvillen. Die genauen Standorte der Villen in Florida wurden in der Verfügung nicht genannt.
Wer ist dieser „Cyber-Vermittler“?
In den Gerichtsdokumenten wird die Person als „Cyber-Vermittler“ bezeichnet – jemand, der Lösegeldzahlungen zwischen Opfern und Angreifern vermittelt. Der Name der Person wurde nicht veröffentlicht. Diese Vermittler verlangen oft eine Gebühr, um Opfern bei der Zahlung von Lösegeldern zu helfen, häufig in Kryptowährungen. Indem sie diese Vermittler ins Visier nehmen, hoffen die Behörden, es für Opfer schwieriger zu machen, Lösegeld zu zahlen – und für Kriminelle, es zu kassieren. Der rechtliche Status von Lösegeldverhandlungen ist unklar; sie sind zwar nicht ausdrücklich illegal, können aber als Beihilfe zu Straftaten angesehen werden.
Beschlagnahme in beiden Welten
Die Kombination aus digitalen und physischen Vermögenswerten ist in Ransomware-Fällen relativ selten. Die meisten Einziehungsmaßnahmen konzentrieren sich auf Krypto-Wallets. Die zusätzliche Beschlagnahme von Luxusimmobilien deutet darauf hin, dass die Behörden ein detailliertes finanzielles Bild der Aktivitäten des Vermittlers erstellt haben. Der Fall ist noch nicht abgeschlossen. Eine Anhörung zur Einziehung wurde noch nicht terminiert.



