Ein Händler auf dem Prognosemarkt Kalshi bat die Börse, die Abwicklung eines 3,3 Millionen Dollar schweren Vertrags über den meistgestreamten Song auf Spotify auszusetzen, da eine laufende Überprüfung durch die Durchsetzungsabteilung Hinweise auf manipuliertes Streaming ergeben hatte. Kalshi zahlte schließlich Minuten nach der letzten Antwort aus, doch am nächsten Tag entfernte Spotify 523.000 betrügerische Streams von dem Siegertitel.
Die Anfrage des Händlers und die Überprüfung
Der Händler, ein prominenter Nutzer der Plattform, stellte den Antrag, weil das Enforcement-Team von Kalshi Anzeichen von künstlichem Streaming untersuchte. Der Markt war eingerichtet worden, um vorherzusagen, welcher Song an einem bestimmten Datum die tägliche Spotify-Chart anführen würde. Als die Ergebnisse vorlagen, meldete der Händler Unregelmäßigkeiten – Streams, die offenbar von Bots oder automatisierten Skripten und nicht von echten Hörern generiert wurden.
Das Enforcement-Team von Kalshi begann mit der Untersuchung. Der Händler forderte die Börse auf, die Abwicklung zu verzögern, bis die Überprüfung abgeschlossen sei. Die Anfrage erfolgte direkt an Kalshi, nicht über einen öffentlichen Kanal. Die Börse gewährte die Verzögerung nicht sofort.
Kalshis Entscheidung zur Auszahlung
Kalshi zahlte den Markt Minuten nach der letzten Antwort an den Händler aus. Der genaue Inhalt dieser Antwort wurde nicht offengelegt, aber die Auszahlung erfolgte. Die 3,3 Millionen Dollar wurden an die Gewinnerpositionen verteilt. Die Bedenken des Händlers reichten nicht aus, um die Zahlung zu stoppen.
Es ist unklar, ob das Enforcement-Team von Kalshi seine Überprüfung bis zum Zeitpunkt der Geldbewegung abgeschlossen hatte. Die Börse hat sich weder zum Zeitplan noch zum Ergebnis der Untersuchung geäußert.
Spotfiy-Maßnahme nach der Auszahlung
Am Tag nach der Auszahlung entfernte Spotify 523.000 betrügerische Streams von dem Siegertitel. Diese Zahl stellt einen erheblichen Anteil der Gesamtstreams dar, die den Gewinner bestimmten. Es ist unklar, ob die Ergebnisse des Marktes anders ausgefallen wären, wenn die betrügerischen Streams vor der Auszahlung entfernt worden wären.
Das Timing wirft Fragen auf. Waren die Streams betrügerisch, hätte das Marktergebnis dann anders aussehen müssen? Der Händler, der die Verzögerung forderte, könnte zu Recht besorgt gewesen sein. Aber Kalshis Auszahlung steht – das Geld wurde verteilt.
Weder Kalshi noch Spotify haben gesagt, ob sie die Abwicklung erneut aufgreifen werden. Der Händler hat sich seit der Anfrage nicht öffentlich geäußert. Die Ergebnisse der Enforcement-Überprüfung bleiben unbekannt.
Was passiert als Nächstes? Der Markt ist geschlossen. Das Geld ist ausgezahlt. Aber die Diskrepanz zwischen Kalshis Entscheidung und Spotifys späterer Maßnahme lässt eine offene Frage: Wird die Börse ihre Verfahren für zukünftige musikbezogene Märkte anpassen, oder wird der Händler eine Form von Rechtsbehelf suchen? Vorerst herrscht Stille von allen Seiten.




