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Powell warnt: Glaubwürdigkeit der Fed in Gefahr, während Supreme Court Trumps Entlassung von Gouverneurin Cook prüft

Powell warnt: Glaubwürdigkeit der Fed in Gefahr, während Supreme Court Trumps Entlassung von Gouverneurin Cook prüft

Der ehemalige Fed-Vorsitzende Jerome Powell erklärte, dass die US-Notenbank die für die Stabilisierung der Wirtschaft erforderliche Glaubwürdigkeit verlieren würde, wenn Beamte aufgrund von politischen Meinungsverschiedenheiten abgesetzt werden könnten. Seine Warnung erfolgt, während der Supreme Court über Präsident Donald Trumps Versuch befindet, Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen.

Der Glaubwürdigkeitseinsatz

Powell, der die Fed durch die Erholung nach der Pandemie geführt hat, argumentierte, dass die Fähigkeit der Institution, Märkte zu beruhigen und die Inflation zu kontrollieren, von dem Vertrauen der Öffentlichkeit abhängt, dass ihre Entscheidungen auf Daten und nicht auf Politik beruhen. Wenn Vorstandsmitglieder einfach entlassen werden können, weil das Weiße Haus ihre politische Haltung nicht mag, schwindet dieses Vertrauen. „Die Zentralbank würde die Glaubwürdigkeit verlieren, die zur Stabilisierung der Wirtschaft erforderlich ist“, warnte er laut Gerichtsakten, die von GFdaily eingesehen wurden.

Worüber der Supreme Court entscheidet

Im Kern des Falles geht es um die Frage, ob der Präsident die Befugnis hat, einen Fed-Gouverneur ohne Angabe von Gründen zu entlassen. Trump entließ Cook Anfang 2025 und behauptete, ihr Abstimmungsverhalten bei den Zinssätzen stehe im Widerspruch zu seiner Wirtschaftsagenda. Cook hat die Entlassung angefochten und argumentiert, dass das Federal Reserve Act Gouverneure vor einer Entlassung schützt, es sei denn aus Gründen der Unfähigkeit, Pflichtvernachlässigung oder Amtsmissbrauch. Der Supreme Court erklärte sich bereit, den Fall zu verhandeln, nachdem ein unteres Gericht Cook wieder eingesetzt hatte und entschied, dass Präsidenten keine Amtsträger unabhängiger Behörden allein aufgrund von politischen Differenzen entlassen können.

Der Ausgang könnte die Unabhängigkeit der Federal Reserve neu gestalten – ein Prinzip, das Zentralbanker weltweit seit langem verteidigen. Die Fed legt die Zinssätze fest, um die Inflation zu kontrollieren und die Beschäftigung zu unterstützen, und ihre Entscheidungen kollidieren oft mit den kurzfristigen Zielen einer Regierung. Ein Urteil, das dem Präsidenten weitreichende Entmachtungsbefugnisse einräumt, könnte die Geldpolitik politisieren, was möglicherweise die Anleihemärkte verunsichern und die Kreditkosten in die Höhe treiben würde. Powells Warnung unterstreicht, dass bereits die Wahrnehmung politischer Einmischung die Fähigkeit der Fed untergraben kann, in einer Krise zu handeln.

Die mündlichen Verhandlungen sind für nächsten Monat angesetzt, eine Entscheidung wird bis Ende Juni erwartet. Bis dahin bleibt Cook im Vorstand, aber die Unsicherheit lastet auf jeder Fed-Sitzung. Investoren beobachten die Lage genau – sie haben bereits eine Risikoprämie auf langfristige Staatsanleiherenditen eingepreist.