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US- und saudische Luftangriffe auf irakische Milizen schüren Ängste vor einem breiteren regionalen Konflikt

US- und saudische Luftangriffe auf irakische Milizen schüren Ängste vor einem breiteren regionalen Konflikt

Die USA und Saudi-Arabien haben diese Woche koordinierte Luftangriffe gegen iranisch unterstützte irakische Milizen durchgeführt, ein Schritt, der nach Ansicht von Analysten eine breitere Auseinandersetzung im Nahen Osten auslösen könnte. Die Angriffe richteten sich gegen Einrichtungen der Kata'ib Hisbollah und anderer Gruppen, die für wiederholte Angriffe auf US-Streitkräfte im Irak und in Syrien verantwortlich sind. Doch die Operation, die ohne vorherige öffentliche Abstimmung mit Bagdad durchgeführt wurde, hat bereits scharfe Kritik der irakischen Regierung hervorgerufen und die Gefahr eines Konflikts heraufbeschworen, der den Iran und seine Stellvertreter vom Jemen bis zum Libanon hineinziehen könnte.

Die Angriffe und ihre Ziele

Nach Angaben von Verteidigungsbeamten griffen US-amerikanische und saudische Kampfflugzeuge am frühen Dienstag mehrere Orte im Westen und in der Mitte des Irak an. Zu den Zielen gehörten Waffenlager, Kommandozentralen und Ausbildungslager, die mit der Kata'ib Hisbollah in Verbindung stehen, einer Miliz, die die USA als terroristische Organisation eingestuft haben. Das Pentagon erklärte, die Angriffe seien eine direkte Reaktion auf einen Drohnenangriff in der vergangenen Woche, bei dem drei amerikanische Auftragnehmer auf einer Basis im Nordirak getötet wurden. Saudi-Arabien, das immer wieder grenzüberschreitenden Drohnen- und Raketenangriffen der iranisch unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen ausgesetzt ist, beteiligte sich an der Operation, um seine Bereitschaft zu signalisieren, sich dem Netzwerk der Stellvertreter Teherans entgegenzustellen.

Irakische Beamte berichteten von mindestens 16 Todesopfern, darunter sowohl Milizionäre als auch Zivilisten. Das irakische Militär verurteilte die Angriffe als Verletzung seiner Souveränität und forderte ein sofortiges Ende aller ausländischen Militäroperationen auf seinem Boden. Die US- und die saudische Regierung haben sich zu den zivilen Opferzahlen nicht geäußert.

Auswirkungen auf die gesamte Region

Die Angriffe erfolgen in einem angespannten Moment. Der Iran hat seinen Einfluss im Irak durch politische und militärische Kanäle ausgeweitet, und die Milizen sind zu einem wichtigen Instrument Teherans geworden, um US-Streitkräfte unter Druck zu setzen, ohne eine direkte Konfrontation auszulösen. Mit den Angriffen im Irak haben die USA und Saudi-Arabien eine rote Linie überschritten, die einen Kreislauf der Vergeltung auslösen könnte. Die Kata'ib Hisbollah hat bereits geschworen, die Angriffe auf amerikanische Ziele zu verstärken, und die Islamische Revolutionsgarde des Iran warnte, dass sie die USA für jeglichen Schaden an seinen Interessen verantwortlich machen werde.

In Syrien, wo US-Streitkräfte gemeinsam mit kurdischen Verbündeten operieren, ist das Risiko eines Übergreifens akut. Iranisch unterstützte Milizen sind in Ostsyrien stark präsent, und jede Eskalation im Irak könnte zu koordinierten Angriffen über die Grenze hinweg führen. Die Beteiligung Saudi-Arabiens fügt eine neue Dimension hinzu: Das Königreich hat durch chinesisch vermittelte Gespräche eine Deeskalation mit dem Iran angestrebt, doch die Angriffe deuten darauf hin, dass Riad bereit ist, militärische Gewalt einzusetzen, wenn es eine direkte Bedrohung wahrnimmt.

Geopolitische Risiken

Das größere Risiko besteht darin, dass die Angriffe fragile diplomatische Bemühungen zunichtemachen könnten. Die USA haben versucht, die Spannungen mit dem Iran einzudämmen und gleichzeitig eine militärische Präsenz im Irak aufrechtzuerhalten. Die irakische Regierung, die zwischen ihrem Bündnis mit Washington und ihren Beziehungen zu Teheran hin- und hergerissen ist, steht nun vor einer Legitimitätskrise. Premierminister Mohammed Shia al-Sudani hat eine Dringlichkeitssitzung des Parlaments einberufen, um über die Zukunft der US-Truppenpräsenz im Irak zu debattieren.

Für Saudi-Arabien spiegelt die Entscheidung, sich den Angriffen anzuschließen, die Einschätzung wider, dass die Huthi-Bedrohung und das Stellvertreternetzwerk des Iran eine aggressivere Haltung erfordern. Der Schritt birgt jedoch auch das Risiko, den Irak, einen wichtigen Nachbarn und Handelspartner, zu verprellen. Die Angriffe könnten auch die Operationen der von Saudi-Arabien geführten Koalition im Jemen erschweren, wo eine brüchige Waffenruhe in Kraft ist.

Die Vereinten Nationen haben zur Zurückhaltung aufgerufen, und das US-Außenministerium erklärte, es stehe in Kontakt mit Verbündeten, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Doch da die Milizen bereits mobilisieren und der Iran Vergeltung angekündigt hat, ist die unmittelbare Aussicht auf mehr Gewalt und nicht weniger. Die nächsten Tage werden entscheidend sein: Sollte es einen größeren Vergeltungsangriff auf US-Streitkräfte geben, wird die Regierung Biden unter Druck geraten, härter zurückzuschlagen, was die Region möglicherweise in einen Kreislauf zieht, aus dem niemand einen einfachen Ausweg hat.