Anthropic und OpenAI haben Investoren diese Woche mitgeteilt, dass Aktien der KI-Startups, die über sogenannte Special-Purpose-Vehicle-(SPV)-Strukturen verkauft wurden, wahrscheinlich ungültig sind – und wertlos sein könnten. Beide Unternehmen erklärten die Strukturen öffentlich als nicht autorisiert, wobei Anthropic ausdrücklich die Handelsplattform Forge Global im Zusammenhang mit den ungültigen Angeboten nannte.
Warum die Aktien ungültig sind
Die Unternehmen erklärten, dass die SPV-basierten Anteilssysteme ohne ihre Zustimmung eingerichtet wurden. Solche Vehikel bündeln oft Anteile an privaten Unternehmen und verkaufen sie an externe Käufer, doch Anthropic und OpenAI argumentieren, dass diese Aktien nie ordnungsgemäß ausgegeben wurden. Infolgedessen könnten diejenigen, die gekauft haben, lediglich Papiere besitzen, die keinen rechtlichen Anspruch auf die zugrunde liegenden Eigenkapitalanteile begründen.
Anthropic hebt Forge Global hervor
Anthropic ging einen Schritt weiter als OpenAI, indem es Forge Global namentlich nannte. Die Plattform, die den Sekundärhandel mit Aktien privater Unternehmen ermöglicht, wurde mit den umstrittenen SPV-Strukturen in Verbindung gebracht. Anthropic erklärte, dass die über Forge angebotenen Aktien nicht autorisiert seien, und warnte potenzielle Käufer, sie als potenziell wertlos zu betrachten. OpenAI nannte keine spezifische Plattform, gab aber eine allgemeinere Warnung vor ähnlichen Systemen heraus.
Die Warnungen kommen zu einer Zeit, in der die Nachfrage nach Aktien von KI-Startups bei Privatanlegern und institutionellen Anlegern, die nach Frühphasenbeteiligungen suchen, stark gestiegen ist. Doch das Kleingedruckte ist entscheidend: Wenn die Unternehmen hinter den SPVs der Transaktion nie zugestimmt haben, haben die Aktien keine Rechtsgültigkeit. Käufer, die über diese Strukturen Anteile erworben haben, stehen nun vor der Möglichkeit, dass ihre Investitionen ungültig sind – und dass sie keine Rückgriffsmöglichkeiten gegenüber Anthropic oder OpenAI haben.
Die Haltung der Unternehmen
Sowohl Anthropic als auch OpenAI haben eine kompromisslose Haltung eingenommen. Indem sie die Systeme öffentlich für ungültig erklären, signalisieren sie dem Markt effektiv, dass sie keinerlei Ansprüche aus diesen Aktien anerkennen werden. Dies ist ein Schritt, der künftige Versuche, nicht autorisierte Anteile an schnell wachsenden KI-Startups zu verkaufen, abschrecken könnte. Vorerst liegt die Verantwortung bei den Käufern, zu prüfen, ob ihre Käufe aus einer legitimen Quelle stammen – oder das Risiko einzugehen, am Ende nichts zu besitzen.




