Die indischen Schmuckaktien erlebten am Montag einen starken Einbruch: Die Aktien großer Einzelhändler verloren bis zu 12%, nachdem Premierminister Narendra Modi zu einer einjährigen Pause bei Goldkäufen aufgerufen hatte. Der Nifty Consumer Durables Index schloss 4% niedriger, und Titan Company war der größte Einzelfaktor für die Belastung des Nifty 50. Senco Gold und Thangamayil Jewellery verloren jeweils etwa 9%, Kalyan Jewellers fiel um 8%, und Goldiam International gab rund 6% nach. Sky Gold verlor intraday bis zu 12%, bevor es einen Teil der Verluste wieder wettmachte.
Warum der Appell des Premierministers die Goldaktien traf
Modis Appell am Wochenende erfolgte vor dem Hintergrund eines starken Anstiegs der Brent-Rohölpreise im Zusammenhang mit den eskalierenden Spannungen in Westasien. Indien importiert etwa 85% seines Öls, und die höheren Energiekosten belasten die Handelsbilanz des Landes. Regierungsdaten zeigen, dass die Goldimporte im Geschäftsjahr 2025-26 um 24% auf 71,98 Milliarden Dollar gestiegen sind, verglichen mit 58 Milliarden Dollar im Vorjahr. Indien ist nach China der zweitgrößte Goldverbraucher der Welt und ein Nettoimporteur des Metalls, sodass jede Einschränkung der Käufe direkte Auswirkungen auf die Schmuckeinzelhändler hat.
Der Premierminister nannte keine konkreten Durchsetzungsmechanismen, aber der Markt interpretierte seine Aussage als starkes Signal, dass die Regierung die Goldnachfrage drosseln will, um den Druck auf die Rupie und die Devisenreserven zu verringern. Die Währung schwächte sich während der Montagssitzung auf über 95 gegenüber dem Dollar ab, und die Devisenreserven fielen in der Woche bis zum 1. Mai um 7,79 Milliarden Dollar auf 690,69 Milliarden Dollar.
Breitere Marktauswirkungen
Der Ausverkauf beschränkte sich nicht auf Schmuckaktien. Der Benchmark-Index Sensex schloss 1.004 Punkte niedriger bei 76.321,62. Der India VIX, ein Maß für die Marktvolatilität, stieg um 11,89% auf 18,84, was eine breite Anlegerverunsicherung widerspiegelt. Analysten verwiesen auf eine doppelte Belastung durch höhere Ölpreise und den Vorschlag einer Goldkaufpause, die gemeinsam die Stimmung gegenüber dem Sektor der zyklischen Konsumgüter verschlechterten.
Händler rechneten auch mit schwächeren Volumina für die bevorstehende Hochzeitssaison, die typischerweise etwa die Hälfte der jährlichen Goldkäufe Indiens ausmacht. Eine freiwillige oder erzwungene Pause in dieser Zeit würde die Verkäufe von Unternehmen wie Titan und Kalyan Jewellers, die stark von saisonaler Nachfrage abhängig sind, erheblich beeinträchtigen.
Es wird allgemein erwartet, dass die Reserve Bank of India eingreift, um die Rupie zu verteidigen, möglicherweise durch eine straffere Geldpolitik oder direkte Interventionen an den Devisenmärkten. Jede Maßnahme, die die Goldimporte weiter einschränkt, könnte den Umsatzrückgang für Schmuckeinzelhändler noch verstärken. Anleger warten nun ab, ob die Regierung auf Modis Appell mit tatsächlichen Importbeschränkungen oder Zöllen reagiert und wie sich die Nachfrage in der Hochzeitssaison in den kommenden Wochen entwickelt.




