Loading market data...

Binance-CEO Richard Teng dementiert WSJ-Bericht über 850 Millionen Dollar Iran-Transaktionen

Binance-CEO Richard Teng dementiert WSJ-Bericht über 850 Millionen Dollar Iran-Transaktionen

Binance-CEO Richard Teng hat sich gegen einen Bericht des Wall Street Journal gewehrt, der behauptet, dass rund 850 Millionen Dollar an Iran-bezogenen Transaktionen über die Kryptobörse an die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) geflossen seien. Teng nannte den Bericht ungenau und sagte, das Unternehmen habe keine Aufzeichnungen über solche Überweisungen.

Die Vorwürfe des WSJ

Das Journal veröffentlichte seinen Bericht Anfang dieser Woche und behauptete, dass zwischen 2018 und 2022 Gelder, die mit iranischen Einrichtungen in Verbindung stehen, über Binance geleitet wurden. Die Geschichte stützte sich auf Blockchain-Daten und nicht genannte Quellen und deutete an, dass die Transaktionen letztlich den IRGC zugutekamen – einer von den USA als terroristische Organisation eingestuften Gruppe. Sollte dies zutreffen, würde der Geldfluss ernste Fragen zur Einhaltung internationaler Sanktionen durch Binance aufwerfen.

Binance stand bereits zuvor unter regulatorischem Druck, darunter Geldstrafen und Verwarnungen der US-Behörden wegen unzureichender Geldwäschebekämpfung. Das Unternehmen hat jedoch nach einer Reihe von Durchsetzungsmaßnahmen wiederholt öffentlich versprochen, seine Überprüfungsprozesse zu verschärfen.

Tengs Dementi

Sowohl in sozialen Medien als auch in einer Pressemitteilung wies Teng die Ergebnisse des Journal entschieden zurück. Er erklärte, dass die interne Überprüfung von Binance keine Hinweise auf die im Artikel beschriebenen Transaktionen gefunden habe. Teng machte keine Angaben dazu, ob die Börse jemals iranbezogene Gelder in kleineren Beträgen oder über andere Kanäle verarbeitet hatte, stellte jedoch klar, dass die Summe von 850 Millionen Dollar nicht durch die Daten von Binance gestützt werde.

Das Dementi kommt zu einem heiklen Zeitpunkt für das Unternehmen. Binance arbeitet noch daran, das Vertrauen der Regulierungsbehörden zurückzugewinnen, nachdem der frühere CEO Changpeng Zhao 2023 wegen Verstößen gegen Geldwäschevorschriften ein Geständnis abgelegt hatte und zurückgetreten war. Teng übernahm mit dem Versprechen, sich auf Compliance und Transparenz zu konzentrieren.

Wie es weitergeht

Das Journal hat weder eine Korrektur veröffentlicht noch zusätzliche Berichterstattung als Reaktion auf Tengs Dementi. Es ist unklar, ob die Zeitung die zugrunde liegenden Blockchain-Daten, auf die sie sich stützte, offenlegen wird oder ob Binance seine eigenen Aufzeichnungen für ein unabhängiges Audit öffnen wird. Vorerst bleibt der Streit ungelöst – die eine Seite beharrt darauf, dass die Transaktionen stattfanden, die andere sagt, sie hätten nicht stattgefunden. Keine Aufsichtsbehörde hat aufgrund des Berichts eine Untersuchung angekündigt.