Bitcoin-Exchange-Traded-Funds haben in den letzten neun Tagen 2,8 Milliarden Dollar verloren, wobei BlackRocks IBIT mehr als zwei Drittel dieser Abflüsse ausmacht. Der anhaltende Abfluss – der längste seit der Einführung dieser Produkte – hat den Bitcoin-Preis auf 72.745 Dollar gedrückt und wirft die Frage auf, ob die institutionelle Nachfrage nach dem Vermögenswert vorerst ihren Höhepunkt erreicht hat.
IBIT verlor 2 Milliarden Dollar
BlackRocks IBIT, der größte Spot-Bitcoin-ETF nach Vermögenswerten, verzeichnete in diesem Neuntagezeitraum Abflüsse von 2 Milliarden Dollar. Das entspricht etwa 71 % der gesamten Abflüsse aller Bitcoin-ETFs in diesem Zeitraum. Kein einzelnes Ereignis löste die Rücknahmen aus; vielmehr zeigen die Daten einen stetigen, täglichen Abfluss, der sich gegen Ende der Woche beschleunigte.
Neuntägige Serie
Die Abflussserie erstreckt sich vom 22. Mai bis zum 30. Mai – neun aufeinanderfolgende Handelstage mit Netto-Rücknahmen. Zum Vergleich: Der bisherige Rekord lag bei fünf Tagen und stammt aus dem März. Die Beständigkeit deutet auf einen koordinierten Rückzug institutioneller Anleger hin, nicht auf panikartige Verkäufe von Privatanlegern. Die meisten Abflüsse stammten aus größeren Blockgeschäften, die typisch für das Neugewichten oder Gewinnmitnahmen von Vermögensverwaltern sind.
Nachlassende institutionelle Nachfrage
Die Zahlen weisen auf einen klaren Trend hin: Die institutionelle Nachfrage nach Bitcoin-ETFs kühlt ab. Nach den heftigen Zuflüssen im Anschluss an die SEC-Zulassung im Januar 2024 hat sich das Tempo verlangsamt. Jetzt hat es sich umgekehrt. Die Frage ist, ob es sich um eine vorübergehende Pause handelt – vielleicht aufgrund von Quartalsende-Neugewichtungen – oder um den Beginn einer längerfristigen Abwärtsbewegung. Die ETFs selbst haben sich nicht verändert; es sind die Käufer, die sich zurückziehen.
Kurs fällt unter 73.000 Dollar
Der Bitcoin-Kurs fiel auf 72.745 Dollar, während die Abflüsse zunahmen, nachdem er zu Beginn des Neuntagezeitraums noch bei etwa 78.000 Dollar lag. Das ist ein Rückgang von 6,7 %, nahezu exakt im Einklang mit dem Prozentsatz der zurückgenommenen ETF-Vermögenswerte. Die Korrelation ist kaum zu übersehen: Als die ETFs verkauften, absorbierte der Kassamarkt das Angebot, aber nicht ohne Preisabschläge. Ob Käufer auf diesem Niveau einsteigen – oder auf noch tiefere Kurse warten – ist die offene Frage zum Monatsende.




