Loading market data...

Kanadas Stablecoin-Regeln rutschen auf 2027, während Visa und Wealthsimple USDC-Abwicklung pilotieren

Kanadas Stablecoin-Regeln rutschen auf 2027, während Visa und Wealthsimple USDC-Abwicklung pilotieren

Die kanadischen Stablecoin-Regulierungen werden laut einem Reuters-Bericht erst Mitte oder Ende 2027 in Kraft treten, was die frühere Zielsetzung für Anfang 2027 verschiebt. Die Verzögerung erfolgt, während Visa Canada und Wealthsimple bereits eine Pilotphase zur USDC-Abwicklung für bestimmte Visa-Canada-Verbindlichkeiten durchführen – ein Live-Test, der die Kluft zwischen der Branchenadoption und dem noch in Arbeit befindlichen Regelwerk verdeutlicht.

Warum sich der Zeitplan verschoben hat

Die Regierung hatte für ihr Stablecoin-Rahmenwerk einen breiteren Zeitraum bis 2027 festgelegt, wobei die regulatorische Entwicklung voraussichtlich 12 bis 18 Monate ab Anfang 2026 dauern und das Rahmenwerk irgendwann im Jahr 2027 in Kraft treten sollte. Der frühere ehrgeizige Plan für Anfang 2027 ist nun vom Tisch. Reuters zufolge wird die Einführung stattdessen auf Mitte oder Ende 2027 verschoben. Im Bericht wurde keine offizielle Begründung für die Verzögerung genannt, aber die Verschiebung sorgt bei Emittenten und Fintech-Partnern für noch mehr Unsicherheit darüber, wie die endgültigen Regeln aussehen werden.

Der Pilotversuch von Visa und Wealthsimple

Visa Canada und Wealthsimple führen einen Pilotversuch durch, bei dem Wealthsimple USD Coin zur Abwicklung bestimmter Visa-Canada-Verbindlichkeiten verwenden kann. Wealthsimple betreut über 4 Millionen Kanadier und verwaltet mehr als 100 Milliarden kanadische Dollar an verwalteten Vermögenswerten – es handelt sich also nicht um einen kleinen Test. Global gesehen umfasst der Stablecoin-Abwicklungspilot von Visa neun Blockchains und weist eine annualisierte Abwicklungsrate von 7 Milliarden US-Dollar auf. Der Pilot läuft live, während der regulatorische Rahmen noch im Entwurfsstadium ist.

Die regulatorische Lücke

Das kanadische Stablecoin-Rahmenwerk zielt auf fiat-gestützte Stablecoins ab, die von nicht-finanziellen Institutionen ausgegeben werden. Zu den Anforderungen gehören eine Registrierung, Eins-zu-eins-Reserven in hochwertigen liquiden Vermögenswerten, Rücknahme zum Nennwert, Governance-Kontrollen, Risikomanagement sowie ein Verbot, Inhabern Zinsen oder Erträge zu bieten. Die Kluft zwischen Live-Abwicklungspilotprojekten wie der Visa-Wealthsimple-USDC-Vereinbarung und dem unfertigen Regulierungsrahmen schafft Planungsprobleme für Emittenten und Fintech-Partner – sie wissen noch nicht, wie die endgültigen Regeln bestehende Vereinbarungen behandeln werden.

Bei einer globalen Stablecoin-Marktkapitalisierung von rund 300,78 Milliarden US-Dollar und allein USDC mit etwa 78,31 Milliarden US-Dollar könnten Kanadas Regeln weit über seine Grenzen hinaus Auswirkungen haben. Der nächste konkrete Meilenstein ist die Veröffentlichung des Entwurfs des Rahmenwerks – voraussichtlich Ende 2026 oder Anfang 2027 – gefolgt von einer Kommentierungsfrist. Die große ungelöste Frage: Wie werden die endgültigen Regeln die bereits laufenden Pilotprojekte behandeln?