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Binance: Nutzer in Schwellenländern behandeln Krypto-Börsen wie Banking-Apps

Binance: Nutzer in Schwellenländern behandeln Krypto-Börsen wie Banking-Apps

Binance hat diese Woche mitgeteilt, dass eine wachsende Zahl von Nutzern in Schwellenländern traditionelle Banken vollständig umgeht und Krypto-Börsen als ihr primäres Finanzinstrument nutzt. Diese Beobachtung kommt, während neue Daten der Börse verdeutlichen, wie viele Menschen weltweit vom konventionellen Bankensystem ausgeschlossen sind.

Das Ausmaß der finanziellen Ausgrenzung

Laut Binance haben rund 1,3 Milliarden Erwachsene weltweit überhaupt keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen. Weitere 4,7 Milliarden Erwachsene haben keinen Zugang zu Krediten. Und in einkommensschwachen Ländern erhalten etwa 1,4 Milliarden Sparer keine Zinsen auf ihre Ersparnisse. Diese Zahlen erklären, warum so viele Menschen in Regionen wie Südostasien, Afrika und Lateinamerika auf Krypto-Plattformen zurückgreifen, um grundlegende Finanzfunktionen auszuführen – Geld senden, Werte speichern, sogar Kredite aufnehmen.

Warum Krypto zum Banking wird

Für jemanden mit einem Smartphone, aber ohne Bankkonto, ist eine Krypto-Börse die erste Finanz-App, die er tatsächlich nutzen kann. Sie erfordert keine Kredithistorie, kein Mindestguthaben und keine physische Filiale. Man kann in Minuten ein Konto eröffnen, Geld günstig über Grenzen hinweg bewegen und in manchen Fällen Rendite auf Bestände erzielen. Binance ist nicht die einzige Börse, die diesen Wandel beobachtet, aber ihre Nutzerdaten machen den Trend unübersehbar.

Der Zeitpunkt ist auch kein Zufall. Die Inflation in vielen Schwellenländern hat das Vertrauen in die lokalen Währungen untergraben, und die Überweisungsgebühren traditioneller Geldtransferdienste bleiben hoch. Eine Krypto-App, mit der man Dollar oder Stablecoins an die Familie im Ausland senden kann – und dabei die 7% Gebühr umgeht – wird zur Lebensader, nicht zu einem Glücksspiel.

Das Risiko und die Chance

Diese Verwischung der Grenzen zwischen Börse und Bank wirft offensichtliche Fragen auf. Krypto-Plattformen sind nicht wie Einlagenkonten versichert. Sie bieten nicht denselben Verbraucherschutz. Und wenn eine Börse Auszahlungen einfriert oder gehackt wird, können Nutzer in Schwellenländern alles verlieren, was sie dieser App anvertraut haben. Regulierungsbehörden in diesen Ländern beobachten die Entwicklung, aber vielen fehlen die Mittel oder der Wille, einzugreifen.

Im Moment ist das Nutzerverhalten bereits Realität. Die Frage ist, ob die Infrastruktur – und die Regeln – nachziehen werden, bevor die nächste Krise eintritt.