Der Angriff und sein Kontext
Einzelheiten des Angriffs sind noch spärlich. Das iranische Militär zielte auf Schiffe, die die schmale Wasserstraße durchqueren, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet. Die Straße wickelt etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs ab. Der US-Iran-Krieg, der nun im dritten Monat tobt, hat bereits die Schifffahrtswege gestört und die Energiepreise in die Höhe getrieben. Der Angriff vom Dienstag scheint ein gezielter Versuch zu sein, die Schlinge um den internationalen Handel enger zu ziehen.
Keine Gruppe hat sich sofort zu der Tat bekannt, aber iranische Staatsmedien stellten die Aktion als Reaktion auf anhaltende US-Luftangriffe auf die iranische Infrastruktur dar. Die US-Marine hat sich noch nicht zu dem Angriff geäußert. Reedereien haben begonnen, Schiffe um die Arabische Halbinsel herum umzuleiten, was jede Reise um Tage verlängert und Millionen Dollar kostet.
Was der Prognosemarkt sagt
Polymarket, eine dezentrale Prognoseplattform, zeigt eine Wahrscheinlichkeit von 11,5%, dass die Straße von Hormus bis zum 31. August wieder normal befahren werden kann. Diese Zahl ist seit Kriegsbeginn stark gesunken. Anfang Juni gab derselbe Markt noch eine Wahrscheinlichkeit von 45% an. Der niedrige Wert spiegelt die Überzeugung der Händler wider, dass der Konflikt nicht schnell deeskaliert wird.
Der Markt erlaubt es Nutzern, auf binäre Ergebnisse zu wetten. Ein „Ja“-Kontrakt zahlt aus, wenn die Straße bis zum Stichtag wieder für die normale Handelsschifffahrt geöffnet ist. Ein „Nein“-Kontrakt zahlt, wenn sie gestört bleibt. Der aktuelle Preis eines „Ja“-Kontrakts liegt bei 11,5 Cent, was einer 88,5%igen Wahrscheinlichkeit einer anhaltenden Störung entspricht. Das Volumen auf dem Markt ist in den letzten 24 Stunden sprunghaft angestiegen, mit Wetten im Wert von über 2 Millionen Dollar.
Die Versicherungsprämien für Schiffe, die die Straße durchqueren, haben sich seit dem Angriff verdreifacht. Einige Reedereien weigern sich gänzlich, die Zone zu befahren. Die alternative Route um das Kap der Guten Hoffnung verlängert eine typische Reise vom Nahen Osten nach Europa um etwa 10 Tage. Das bedeutet höhere Treibstoffkosten, längere Lieferzeiten und ein knapperes Angebot.
Die Ölpreise stiegen nach den Nachrichten um 4%. Brent-Rohöl wurde bei über 95 Dollar pro Barrel gehandelt. Analysten von Goldman Sachs warnten, dass eine längere Schließung die Preise auf über 120 Dollar treiben könnte. Aber der Prognosemarkt deutet darauf hin, dass die Händler auf eine längere Störung setzen, nicht auf eine schnelle Lösung.
Die USA haben keine formelle Reaktion auf den Angriff vom Dienstag angekündigt. Das Pentagon erwägt Berichten zufolge Optionen, darunter eine Seeblockade iranischer Häfen. Der Iran hat gedroht, die Straße zu verminen, falls die USA weiter eskalieren. Diplomaten aus Oman und Katar haben Vermittlung angeboten, aber es sind keine Gespräche geplant.
Die Frist vom 31. August auf dem Prognosemarkt ist willkürlich – sie fällt mit dem Ende des US-Geschäftsquartals zusammen. Aber sie gibt Händlern und Reedern ein konkretes Datum, das sie im Auge behalten können. Bleibt die Wahrscheinlichkeit eine weitere Woche unter 20%, sind weitere Umleitungen und höhere Versicherungskosten zu erwarten. Steigt sie, könnte dies auf einen diplomatischen Durchbruch h




