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Ehemaliger Google-Ingenieur argumentiert: Die Agentenökonomie braucht eine native Abwicklungsschicht

Ehemaliger Google-Ingenieur argumentiert: Die Agentenökonomie braucht eine native Abwicklungsschicht

Ein ehemaliger Software-Ingenieur von Google, der Jahre damit verbracht hat, die Anzeigensysteme des Unternehmens zu entwickeln, warnt nun davor, dass die sogenannte Agentenökonomie – in der KI-Agenten im Namen von Menschen kaufen, verkaufen und verhandeln – ohne ein grundlegendes Umdenken bei der Zahlungsabwicklung nicht funktionieren wird. Der Ingenieur, der bei Google an Empfehlungsmaschinen, Tracking-Pipelines und Conversion-Funnels arbeitete, erklärte, dass die aktuelle Zahlungsinfrastruktur nicht für Maschinen konzipiert sei, die autonom Transaktionen durchführen.

Warum der Ingenieur aufmerksam wurde

Um das Jahr 2024 herum bemerkte der Ingenieur einen Wandel. KI-Agenten begannen, Aufgaben wie die Buchung von Reisen, die Bestellung von Vorräten und sogar die Aushandlung von Verträgen zu übernehmen. Aber die Zahlungsschienen hinter diesen Transaktionen waren immer noch für Menschen ausgelegt – langsam, in Stapeln verarbeitet und abhängig von Kreditkarten oder Banküberweisungen. Der Ingenieur argumentiert, dass Agenten eine native Abwicklungsschicht benötigen, so etwas wie ein Echtzeit-, programmierbares Hauptbuch, das Mikrotransaktionen, bedingte Zahlungen und automatisierte Streitbeilegung ohne menschliches Eingreifen bewältigen kann.

Die Lücke in heutigen Zahlungssystemen

Traditionelle Zahlungsnetzwerke erheben Gebühren, die winzige Agent-zu-Agent-Zahlungen auffressen. Ihnen fehlt auch die Fähigkeit, komplexe Logik auszuführen – wie etwa nur zu zahlen, wenn eine Dienstleistung erbracht wird, oder eine Rechnung unter Dutzenden von Agenten aufzuteilen. Das Argument des Ingenieurs spiegelt eine wachsende Sorge unter Entwicklern wider, die autonome Systeme bauen: dass die finanzielle Infrastruktur zum Engpass wird.

Lehren aus dem Aufbau von Werbetechnologie bei Google

Der Hintergrund des Ingenieurs in Anzeigensystemen bot einen Platz in der ersten Reihe für eine frühere Transformation. Die Werbetechnologie musste sich von einfachen Bannerkäufen zu Echtzeit-Auktionen, Betrugserkennung und Multi-Party-Attribution über Dutzende von Plattformen entwickeln. Der Ingenieur sieht Parallelen bei Agentenzahlungen: Die Branche wird eine neue Schicht aufbauen müssen, die Identität, Prüfpfade und sofortige Abwicklung handhabt – alles ohne dass ein Menschen jeden Schritt genehmigt.

Wie eine native Abwicklungsschicht aussehen könnte

Obwohl der Ingenieur keine spezifische Technologie vorschlug, deutet das Argument auf Blockchain-ähnliche Hauptbücher, Zentralbank-Digitalwährungen oder neue Zahlungsprotokolle hin, die für Maschine-zu-Maschine-Transaktionen entwickelt wurden. Die Schlüsselanforderung ist Vertrauen ohne Vermittler – oder zumindest Vertrauen, das programmatisch überprüft werden kann. Der Ingenieur merkte an, dass ohne eine solche Schicht agentische Systeme entweder zum Stillstand kommen oder gezwungen sein werden, sich auf langsame, teure, von Menschen vermittelte Zahlungen zu verlassen.

Die Frage ist nun, ob bestehende Zahlungsnetzwerke – Visa, Mastercard, ACH oder sogar das neue Echtzeit-Zahlungssystem der Fed – sich schnell genug anpassen können, oder ob eine völlig neue Infrastruktur entstehen wird. Das Argument des Ingenieurs deutet darauf hin, dass die Uhr bereits tickt.