Das Corporate-Bitcoin-Treasury-Modell steckt in einer schwierigen Phase. Strategy (ehemals MicroStrategy), der größte Unternehmenshalter, verkaufte Anfang Juli 2025 über 3.500 BTC und pausiert neue Käufe, um seine USD-Reserven wieder aufzustocken. Dieser Schritt folgt einem breiteren Trend: Satsuma Technologies, ein an der Londoner Börse notiertes Bitcoin-Treasury-Unternehmen, verkaufte im Dezember 2024 579 BTC, und die Aktionäre stimmten später dem Verkauf der verbleibenden 668 BTC zu, was zur Dekotierung von der London Stock Exchange führte. Gleichzeitig haben Bitcoin-Miner im ersten Quartal 2025 mit 32.000 BTC einen Rekordwert abgestoßen, was den Verkaufsdruck zusätzlich erhöht.
Strategy pausiert Käufe und verkauft BTC
Die Entscheidung von Strategy, zu verkaufen und Akquisitionen zu stoppen, markiert eine scharfe Kehrtwende nach jahrelanger Akkumulationsphase. Das Unternehmen, das einst über 200.000 BTC hielt, muss nun seine Bilanz stärken. Der Verkauf von 3.500 BTC Anfang Juli 2025 war die erste nennenswerte Veräußerung seit Jahren. Die Firma hat nicht mitgeteilt, wann sie wieder kaufen könnte, aber die Pause signalisiert eine Verschiebung der Prioritäten.
Satsuma steigt komplett aus dem Bitcoin-Treasury aus
Satsuma Technologies ging den drastischsten Schritt. Nach dem Verkauf von 579 BTC im Dezember 2024 zur Bedienung von Wandelanleihen stimmten die Aktionäre für die Liquidation der verbleibenden 668 BTC. Das Unternehmen wurde daraufhin von der London Stock Exchange dekotiert und beendete damit sein Experiment als börsennotiertes Bitcoin-Treasury-Unternehmen. Es ist eine warnende Geschichte für kleinere Akteure mit teuren Schulden.
Miner und kleinere Firmen erhöhen Verkaufsdruck
Bitcoin-Miner verkauften im ersten Quartal 2025 mit 32.000 BTC einen Rekordwert und überschwemmten den Markt. Nakamoto Inc. verkaufte im März 2025 etwa 5 % seiner Bitcoin-Position und weitere 600 BTC im Juni 2025. Kleinere Bitcoin-Treasury-Unternehmen, die unter dem Nettoinventarwert handeln, teure Schulden haben oder unter Aktionärsdruck stehen, sind am anfälligsten für Verkäufe. Der Trend beschränkt sich nicht auf die größten Namen.
Nicht alle Firmen verkaufen: Metaplanet hält
Metaplanet, oft als Asiens Strategy bezeichnet, pausierte monatelang Bitcoin-Käufe nach einem Marktcrash. Doch dann kaufte das Unternehmen Anfang Juli 2025 2.823 BTC und zeigt keine Anzeichen von Verkäufen. Der Ansatz des Unternehmens steht im Gegensatz zur breiten Verkaufswelle und deutet darauf hin, dass das Corporate-Bitcoin-Modell nicht tot ist – sondern sich weiterentwickelt.
Die Ära der ständigen Akkumulation ist vorbei. Unsicherheit herrscht nun vor. Jack Mallers trat als CEO von Twenty One Capital zurück, um sich auf Strike zu konzentrieren, was auf eine größere Umstrukturierung dieses Bitcoin-Treasury-Unternehmens hindeutet. Da Strategy an der Seitenlinie steht und Satsuma verschwunden ist, stellt sich die Frage, welches Unternehmen als nächstes nachgibt. Niemand sagt einen totalen Zusammenbruch voraus, aber die Tage des „Kaufen und für immer halten“ sind eindeutig vorbei.




