Senatorin Elizabeth Warren hat dem Office of the Comptroller of the Currency (OCC) vorgeworfen, durch die Genehmigung von Trust-Charters für Krypto-Firmen gegen das Bundesbankrecht verstoßen zu haben. Die Demokratin aus Massachusetts argumentiert, dass das OCC seine Befugnisse überschreitet und Verbraucher sowie das gesamte Bankensystem unnötigen Risiken aussetzt.
Der Vorwurf
Warrens Anschuldigung konzentriert sich auf die Entscheidung des OCC, speziellen nationalen Trust-Charters an Krypto-Unternehmen zu vergeben. Diese Charters erlauben es Firmen, digitale Vermögenswerte zu verwahren und dazugehörige Dienstleistungen anzubieten, ohne eine Lizenz auf Bundesstaatenebene zu benötigen. Aus Warrens Sicht hat das Comptroller-Büro nicht die rechtliche Befugnis, diese Genehmigungen zu erteilen – und die Produkte selbst seien gefährlich.
Die Senatorin nannte nicht konkret, welche Charters sie ins Visier nimmt, aber das OCC hat seit 2020 mehrere Krypto-Trust-Unternehmen genehmigt. Kritiker haben schon lange argumentiert, dass die Charters ein regulatorisches Flickwerk schaffen und es Krypto-Firmen ermöglichen, strengere Aufsicht auf Bundesstaatenebene zu umgehen.
Warum der Kampf um die Trust-Charters wichtig ist
Trust-Charters sind für Krypto-Verwahrer von großer Bedeutung. Sie erlauben einem Unternehmen, Kundenvermögen in einer bundesrechtlich regulierten Struktur zu halten, was Türen zu institutionellen Kunden und traditionellen Banken öffnen kann. Aber die rechtliche Grundlage für diese Charters ist fast von Anfang an umstritten. Das OCC sagt, der National Bank Act gebe ihm die Befugnis, sie auszustellen. Warren sagt nein.
Dies ist nicht das erste Mal, dass die Senatorin gegen das OCC vorgeht. Sie hat die Behörde bereits zu Bankpartnerschaften mit Krypto-Firmen und zu ihrem allgemeinen Ansatz bei digitalen Vermögenswerten gedrängt. Aber diese direkte Anschuldigung der Rechtswidrigkeit erhöht den Einsatz.
Argument der Verbraucherrisiken
Warrens zentraler Punkt ist, dass Krypto-Trust-Charters Verbraucher in Gefahr bringen. Ohne robuste Verbraucherschutzrahmen auf Bundesstaatenebene, so argumentiert sie, hätten Kunden weniger Rückgriffsmöglichkeiten, wenn etwas schiefgeht – ein Verwahrungsfehler, ein Hack, eine Insolvenz. Das Bankensystem trage zudem indirekte Risiken, wenn diese Krypto-Trusts mit versicherten Banken interagieren, behauptet sie.
Das OCC hat sich zu der jüngsten Anschuldigung nicht öffentlich geäußert. Die Behörde hat ihre Charter-Befugnis bereits vor Gericht verteidigt, dabei einige Schlachten gewonnen und andere verloren. Ein Bundesrichter in New York bestätigte 2022 die Befugnis des OCC zur Ausstellung der Charters, aber gegen dieses Urteil wird Berufung eingelegt.
Die offene Frage ist, ob Warrens Vorstoß zu neuen Gesetzen führt oder nur den Druck auf das OCC erhöht, sich zurückzuziehen. Sie ist eine der einflussreichsten Stimmen in der Bankenregulierung im Kongress, und ihr Fokus auf Krypto lässt nicht nach.




