Der Euro fiel am Montag auf ein 17-Monats-Tief, da Investoren auf die politische Unsicherheit nach der ergebnislosen Parlamentswahl in Spanien reagierten. Die Gemeinschaftswährung schwächte sich gegenüber dem Dollar und anderen wichtigen Währungen ab, was die Besorgnis widerspiegelt, dass eine längere Phase der Koalitionsverhandlungen in Madrid die allgemeine Haushaltslage der Eurozone verkomplizieren könnte.
Spanien ging am Sonntag zur Wahl, aber keine Partei errang eine klare Mehrheit, was die Bildung einer stabilen Regierung in Frage stellt. Das Ergebnis hat die Ängste vor einer politischen Blockade in der viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone neu entfacht, gerade als die Region mit schwachem Wachstum und hoher Staatsverschuldung in mehreren Mitgliedstaaten zu kämpfen hat.
Warum das Wahlergebnis die Devisenmärkte beunruhigte
Devisenhändler mögen keine Unsicherheit, und die spanische Wahl bot reichlich davon. Da weder der amtierende Mitte-Rechts-Block noch das linke Lager genügend Sitze für eine alleinige Regierung gewannen, stehen dem Land wochen- oder sogar monatelange Verhandlungen bevor. Diese Aussicht belastete den Euro vom Beginn des asiatischen Handels an und beschleunigte sich während der europäischen Handelszeiten.
Der Euro fiel um bis zu 0,7 % gegenüber dem Dollar und erreichte seinen schwächsten Stand seit Anfang letzten Jahres. Er verlor auch gegenüber dem Yen und dem Pfund. Die Bewegung war nicht isoliert: Die Renditen spanischer Staatsanleihen stiegen leicht an und weiteten den Spread gegenüber deutschen Bundesanleihen aus, ein üblicher Indikator für die Nervosität der Anleger hinsichtlich der Schulden der Peripherieländer der Eurozone.
„Politische Instabilität in Spanien könnte die fiskalischen Herausforderungen der Eurozone verschärfen“, sagte ein Marktstratege, der anonym bleiben wollte, da er nicht befugt ist, mit den Medien zu sprechen. Er fügte hinzu, die Situation „könnte das Vertrauen der Anleger beeinflussen und die Stabilität des Euro beeinträchtigen“.
Madrids Blockade und die fiskalischen Bruchlinien der Eurozone
Spanien ist nicht das einzige Mitglied der Eurozone, das mit politischer Zersplitterung konfrontiert ist. Aber seine Größe und sein jüngster wirtschaftlicher Aufschwung machen es zu einem Gradmesser für die Fähigkeit des Währungsblocks, Reformen durchzusetzen. Eine geschäftsführende Regierung in Madrid hätte nur begrenzte Befugnisse, um Haushalte zu verabschieden oder das Defizit des Landes anzugehen, das weiterhin über der 3%-Schwelle der EU liegt.
Das ist wichtig für die Europäische Zentralbank, die bereits einen heiklen Kurs zwischen Inflationsbekämpfung und Wachstumsförderung steuert. Ein politisches Vakuum in Spanien könnte koordinierte fiskalische Maßnahmen behindern, zu einer Zeit, in der auch die größten Volkswirtschaften der Eurozone, Deutschland und Frankreich, Anzeichen von Belastung zeigen.
Investoren beobachten, ob Spaniens Parteien schnell eine tragfähige Koalition bilden können. Wenn sich die Gespräche hinziehen, könnte der Euro weiter unter Druck geraten, insbesondere wenn andere Länder der Eurozone später in diesem Jahr ähnlichen politischen Prüfungen gegenüberstehen.
Was als Nächstes zu beobachten ist
Spanische Parteiführer werden voraussichtlich diese Woche mit Sondierungsgesprächen beginnen. Das Parlament des Landes muss bis Ende August zusammentreten, und wenn innerhalb von zwei Monaten nach dieser Sitzung keine Regierung gebildet wird, würden Neuwahlen angesetzt. Vorerst bleibt der Euro anfällig für Schlagzeilen aus Madrid und jedes Anzeichen einer sich vertiefenden Blockade.
Händler werden auch die nächste Sitzung der EZB im September im Auge behalten, bei der jede Erwähnung politischer Risiken in der Eurozone die Probleme der Währung verstärken könnte. Solange Spanien keine Regierung hat, scheint die kurzfristige Richtung des Euro alles andere als geklärt.


