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Stripe und Advent International bieten 53 Milliarden Dollar für die Übernahme von PayPal

Stripe und Advent International bieten 53 Milliarden Dollar für die Übernahme von PayPal

Stripe und die Private-Equity-Gesellschaft Advent International haben gemeinsam ein Angebot zur Übernahme von PayPal für mehr als 53 Milliarden Dollar vorgelegt – einer der größten Übernahmedeals in der Zahlungsbranche. Das Angebot kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sowohl Stripe als auch PayPal verstärkt auf Stablecoins setzen und US-Gesetzgeber zwei Gesetzesentwürfe vorantreiben – den GENIUS Act und den CLARITY Act –, die die Regulierung digitaler Währungen neu gestalten könnten.

Warum das Angebot wichtig ist

Allein der Preis macht diesen Deal zu einem Meilenstein. Mit über 53 Milliarden Dollar würde er zu den größten Übernahmen in der Fintech-Geschichte zählen. Stripe, ein Zahlungsabwickler mit einem Wert von rund 65 Milliarden Dollar in der letzten privaten Finanzierungsrunde, schließt sich mit Advent zusammen, einer Beteiligungsgesellschaft mit über 80 Milliarden Dollar verwaltetem Vermögen. Gemeinsam setzen sie darauf, dass die Kombination von Stripes entwicklerfreundlicher Zahlungsinfrastruktur mit PayPals riesiger Nutzerbasis – über 400 Millionen aktive Konten – ein Zahlungsabwicklungs-Kraftpaket entstehen lässt.

Der Vorstand von PayPal hat noch nicht öffentlich reagiert. Das Unternehmen steht unter Druck von aktivistischen Investoren, Kosten zu senken und das Wachstum zu steigern. Seine Aktie hinkt in den letzten Jahren hinter Konkurrenten wie Block und Adyen hinterher.

Stablecoin-Ambitionen

Sowohl Stripe als auch PayPal sind aggressiv in den Stablecoin-Bereich vorgedrungen. Stripe hat Anfang des Jahres ein eigenes Stablecoin-Produkt eingeführt, das es Händlern ermöglicht, USDC-Zahlungen zu akzeptieren. PayPal hat 2023 seinen Stablecoin PayPal USD (PYUSD) auf der Ethereum-Blockchain eingeführt. Ein fusioniertes Unternehmen würde zwei der am weitesten verbreiteten Stablecoin-Plattformen in den USA kontrollieren und damit eine erhebliche Hebelwirkung erzielen, während digitale Dollar-Zahlungen an Bedeutung gewinnen.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Der im Senat eingebrachte GENIUS Act zielt darauf ab, einen bundesstaatlichen Rahmen für Stablecoin-Emittenten zu schaffen. Der CLARITY Act würde unterdessen klären, wie digitale Vermögenswerte nach Wertpapierrecht klassifiziert werden. Beide Gesetzesentwürfe durchlaufen derzeit die Ausschüsse, und ein fusioniertes Stripe-PayPal wäre gut positioniert, um für Regeln zu lobbyieren, die ihren Produkten zugutekommen.

Regulatorische Hürden stehen bevor

Jeder Deal dieser Größenordnung wird einer intensiven Prüfung durch die Kartellbehörden unterzogen. Die Federal Trade Commission und das Justizministerium haben unter der Biden-Regierung eine härtere Haltung gegenüber großen Technologieübernahmen eingenommen. Ein fusioniertes Stripe-PayPal würde einen enormen Anteil am Online-Zahlungsabwicklungsmarkt kontrollieren, was möglicherweise Bedenken hinsichtlich Wettbewerb und Verbraucherwahl aufwirft.

Es gibt auch die Frage der nationalen Sicherheit. PayPals Venmo und Stripes Zahlungsschienen wickeln Milliarden von Dollar an Transaktionen ab. Regulierungsbehörden könnten Zugeständnisse verlangen, wie etwa die Veräußerung bestimmter Geschäftsbereiche oder die Öffnung der Plattform für Wettbewerber.

Weder Stripe noch Advent haben sich öffentlich zu dem Angebot geäußert. PayPal lehnte es ab, sich gegenüber GFdaily zu dem Angebot zu äußern. Der nächste Schritt ist wahrscheinlich eine formelle Prüfung durch den Vorstand von PayPal, der das Angebot gegen die eigenständigen Aussichten des Unternehmens abwägen wird. Lehnt der Vorstand ab, könnten Stripe und Advent das Angebot direkt an die Aktionäre richten – oder sich zurückziehen.