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Bitcoin-Miner setzen nach dem Halving auf KI-Infrastruktur, sagt Bernstein

Bitcoin-Miner setzen nach dem Halving auf KI-Infrastruktur, sagt Bernstein

Bitcoin-Miner verlagern ihren Fokus auf Infrastruktur für künstliche Intelligenz, da das jüngste Halving ihre Kerneinnahmen schmälert, so ein neuer Bericht von Bernstein. Das Research-Unternehmen stellt fest, dass die Miner gemeinsam rund 27 Gigawatt an Stromkapazität kontrollieren – eine Ressource, die nun umgeleitet wird, um die wachsende Nachfrage nach KI-Rechenleistung zu decken. Es ist eine Neuausrichtung, die die Mining-Landschaft neu gestalten und die Bewertung des Sektors verändern könnte.

Warum das Halving die Rechnung geändert hat

Das Halving im April 2026 hat die Blockbelohnung halbiert und setzt Miner unter Druck, die auf bitcoin-denominierte Einnahmen angewiesen sind. Da die Kosten für Strom und Hardware fix sind, schrumpften die Margen vieler Betriebe über Nacht. Statt einfach nur effizientere Geräte zu kaufen, betrachten größere Akteure nun ihre bestehenden Stromverträge und stellen sich eine andere Frage: Kann dieser Strom auch für etwas anderes genutzt werden?

Bernsteins Analyse hebt hervor, dass die Miner bereits über die Netzanschlüsse und die physischen Standorte verfügen. Das verschafft ihnen einen Vorsprung in einem Markt, in dem der Bau neuer KI-Rechenzentren Jahre dauern kann. Die Firma bezeichnet die kontrollierte Kapazität von 27 GW als strategischen Vermögenswert im Wettlauf um KI-Rechenleistung.

Wie die Verlagerung in der Praxis aussieht

Die Miner geben Bitcoin nicht auf – sie fügen eine zweite Einnahmequelle hinzu. Einige teilen ihre Anlagen auf und betreiben auf der einen Seite Bitcoin-ASICs und auf der anderen GPU-Cluster für KI-Training. Andere wandeln ganze Standorte in Colocation-Räume für Cloud-Anbieter um.

Der Zeitpunkt ist knapp. Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur ist seit Ende 2025 sprunghaft gestiegen, und die Vorlaufzeiten für neue Umspannwerke und Transformatoren reichen weit bis ins Jahr 2027. Miner, die bereits über den Strom verfügen, können schneller handeln als traditionelle Rechenzentrumsentwickler.

Die Stromzahlen

27 Gigawatt sind eine Menge Strom – in etwa die Leistung von 27 Kernreaktoren. Bernstein schätzt, dass selbst ein Bruchteil dieser Kapazität, der für KI-Arbeitslasten umgeleitet wird, stabilere, in Dollar denominierte Einnahmen generieren könnte als reines Bitcoin-Mining. Der Bericht nennt keine konkreten Miner, aber die Implikation ist klar: Die Unternehmen, die am schnellsten umschwenken können, werden die Nase vorn haben.

Die nächsten Monate werden zeigen, wie real die Verlagerung ist. Einige Miner haben bereits Pilotprojekte im Bereich KI angekündigt; andere wägen noch die Kapitalkosten ab. Die wichtigste Kennzahl, die es zu beobachten gilt, ist nicht mehr die Hashrate – sondern wie viel von diesen 27 GW bis Ende 2026 für KI-Rechenleistung gebucht wird.