Michael Saylor ist diese Woche unterwegs, um STRC zu bewerben – einen Token, den er als eine Alternative mit geringerer Volatilität zu Bitcoin selbst und zur eigenen Aktie von Strategy, MSTR, anpreist. Saylor stellt STRC als das „Income Credit Product Strategy“ des Unternehmens dar – ein Vehikel, das auf Ertrag, Liquidität und Stabilität ausgerichtet ist und nicht auf reine Kurssteigerungen.
Der Pitch für STRC
In jüngsten Auftritten hat Saylor STRC als natürliche Erweiterung der breiteren Bitcoin-Strategie von Strategy positioniert. Während MSTR die Kursschwankungen von Bitcoin eng nachvollzieht, ist STRC darauf ausgelegt, ein Engagement in Bitcoin-bezogene Ertragsströme mit geringeren täglichen Schwankungen zu bieten. Die Idee ist, Investoren anzuziehen, die Bitcoin-Exposition wünschen, aber die 20-prozentigen Kursrückgänge nicht verkraften können.
STRC ist kein Bitcoin-ETF, betont Saylor. Es ist ein Kreditprodukt. Der Token generiert Rendite aus Bitcoin-besicherten Darlehen und anderen strukturierten Finanzierungsoperationen, die Strategy durchführt. Diese Rendite dämpft theoretisch die Kursschwankungen – obwohl das Produkt noch neu und in einem tiefen Bärenmarkt ungetestet ist.
Ertrag, Liquidität, Stabilität
Saylors Drei-Worte-Slogan für STRC wird zu einem vertrauten Refrain: Ertrag, Liquidität, Stabilität. Er argumentiert, dass die meisten Bitcoin-nativen Vermögenswerte mindestens einen dieser Punkte nicht erfüllen. Bitcoin selbst bietet Liquidität und potenzielle Stabilität über Jahrzehnte, aber keinen konsistenten Ertrag. MSTR bietet gehebelte Bitcoin-Exposition, aber keinen Ertrag und höhere Volatilität. STRC, so sagt er, erfülle alle drei Kriterien.
Das ist eine kühne Behauptung. Die eigene Geschichte von Strategy – einschließlich der Margin Calls von 2022 und der Umstrukturierung von 2024 – zeigt, wie schnell Bitcoin-Kreditprodukte auseinanderfallen können. Die Struktur von STRC soll diese Fallstricke vermeiden, indem sie Überbesicherung und strenge Liquiditätspuffer aufrechterhält, aber Kritiker weisen darauf hin, dass das Produkt noch nicht einem Stresstest unterzogen wurde.
Die Bitcoin-Strategie von Strategy
STRC ist nur das neueste Kapitel in der sich entwickelnden Beziehung von Strategy zu Bitcoin. Das Unternehmen begann als einfacher Treasury-Halter, wechselte dann zur Ausgabe von Wandelanleihen, um mehr BTC zu kaufen, und brachte schließlich Ertragsprodukte für institutionelle Kunden auf den Markt. Saylor hat angedeutet, dass STRC möglicherweise über Partnerbörsen auch Privatanlegern angeboten werden könnte, allerdings ohne einen Zeitplan zu nennen.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Da Bitcoin in diesem Frühjahr in einem relativ engen Bereich gehandelt wird, sieht Saylor eine Chance für Produkte, die Rendite generieren, ohne von der Kursrichtung abhängig zu sein. Ob STRC sein Versprechen einlösen kann – und ob die SEC eine Ausweitung zulässt – bleibt die offene Frage. Saylor wird voraussichtlich noch in diesem Monat den vollständigen STRC-Prospekt veröffentlichen.




