Die thailändische Börsenaufsicht SEC hat am 23. Juli Strafanzeige gegen Bitkub Online und zwei ehemalige Direktoren eingereicht. Der Vorwurf: Die Börse habe falsche tägliche Netto-Kapitalberichte vorgelegt, die einen Diebstahl von Kundenvermögen in Höhe von rund 1,7 Milliarden Baht (53 Millionen US-Dollar) im Jahr 2021 verschleierten. Die Anzeige, die diese Woche veröffentlicht wurde, beschuldigt die ehemaligen Direktoren Sakolkorn Sakavee und Thaweesap Rawan, Berichte unterzeichnet zu haben, die von Mai bis Oktober 2021 keine wesentliche Veränderung der Vermögensbestände zeigten – selbst nach einem Cyberangriff im Mai, bei dem Kundengelder in 16 Kryptowährungen abgeflossen waren.
Die angeblichen Falschmeldungen
Die SEC erklärt, dass Bitkubs Form-DA-1-Berichte vom 10. Mai bis 30. Oktober 2021 keine Veränderung des Vermögensbestands auswiesen – genau der Zeitraum unmittelbar nach dem Diebstahl. Die Aufsichtsbehörde argumentiert, dass dies einer Falschmeldung gleichkomme. Die Börse habe erst am 31. Oktober 2021 begonnen, Ersatz für die digitalen Vermögenswerte zu beschaffen, wie aus späteren Informationen hervorgeht. Die Anzeige nennt nicht, welche Kryptowährungen gestohlen wurden, aber die Gesamtsumme betrug rund 1,7 Milliarden Baht.
Bitkubs Erklärung
Bitkub räumte ein, dass die für die Offenlegung zuständigen Mitarbeiter beschlossen hätten, den Diebstahl nicht zu melden. Ziel sei es gewesen, einen Bank Run zu verhindern, während die Börse die Vermögenswerte ersetzte. Das Unternehmen bestreitet, dass die beschuldigten Personen betrügerisch gehandelt hätten. Bitkub erklärt, dass seine Mitgründer den Verlust ausgeglichen hätten, indem sie dieselben Kryptowährungen in denselben Mengen kauften. Die Börse betont, dass weder das Unternehmen noch seine Kunden durch den Vorfall Vermögensverluste erlitten hätten.
In einer separaten Aktualisierung vom September 2025 erklärte die SEC, dass die von Bitkub verwahrten digitalen Vermögenswerte der Kunden zum 8. September 2025 sicher und vollständig gewesen seien. Dies klärt jedoch nicht die Vorwürfe der Falschmeldung von 2021.
Rechtlicher Weg
Die Vorwürfe sind noch nicht rechtskräftig entschieden. Ein Ermittlungsbeamter wird den Fall untersuchen und entscheiden, ob eine Strafverfolgung empfohlen wird. Falls ja, würden ein Staatsanwalt und anschließend ein Gericht den Fall prüfen. Dieser Prozess könnte Monate dauern. Die Anzeige ist vorerst der erste formelle Schritt in einem möglicherweise langen Rechtsstreit darüber, wie die Börse mit einem der größten Kryptodiebstähle Thailands umgegangen ist.




