Joan Capdevila, der ehemalige spanische Linksverteidiger, der 2010 die Weltmeisterschaft gewann, kann nun am Finale der WM 2026 in den USA teilnehmen, nachdem ihm eine Ausnahmegenehmigung erteilt wurde, um eine ESTA-Ablehnung zu umgehen, die mit seiner Reise in den Iran zusammenhing. Die von den US-Einwanderungsbehörden bestätigte Genehmigung ebnet dem 46-Jährigen den Weg, beim entscheidenden Spiel des Turniers im Meadowlands Stadium in New Jersey dabei zu sein.
Warum die Iran-Reise zur Ablehnung führte
Capdevilas ESTA-Antrag wurde abgelehnt, weil er 2018 im Rahmen einer wohltätigen Fußball-Delegation in den Iran gereist war. Nach US-Bestimmungen sind Personen, die seit März 2011 in den Iran, Irak, Syrien oder Sudan gereist sind, in der Regel nicht für das elektronische Reisegenehmigungssystem (ESTA) berechtigt und müssen stattdessen ein Visum bei einem US-Konsulat beantragen. Der ehemalige Spieler von Barcelona und Villarreal erklärte, er habe von dieser Einschränkung erst erfahren, als er versuchte, die Einreise für das Finale 2026 zu sichern.
Der Genehmigungsprozess
Nach der Ablehnung arbeiteten Capdevilas Vertreter mit US-Einwanderungsanwälten zusammen, um einen Ausnahmegenehmigungsantrag zu stellen. Der Prozess erfordert den Nachweis, dass die Reise nicht zu Zwecken erfolgte, die als Bedrohung für die US-Sicherheit gelten, und dass der Antragsteller kein Risiko darstellt. In einer Erklärung sagte Capdevila, er sei „erleichtert und dankbar“, dass die Genehmigung durchgekommen sei, und fügte hinzu, er habe den Iran nur für ein Freundschaftsspiel besucht und keine politischen Absichten gehabt. Die Ausnahmegenehmigung gilt nur für eine einmalige Einreise und ändert nichts an seiner langfristigen ESTA-Unberechtigung.
Was dies für das Finale 2026 bedeutet
Das Finale der WM 2026 findet am 19. Juli im MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey, statt. Capdevila, ein Schlüsselspieler der goldenen Generation Spaniens, plant, als Gast des spanischen Fußballverbandes teilzunehmen. Sein Fall verdeutlicht ein größeres Problem: Dutzende ehemalige Spieler und Funktionäre aus Ländern mit Iran-Reiseverbindungen haben ähnliche Hürden erlebt. Das US-Außenministerium hat sich nicht zu Einzelfällen geäußert, betont jedoch, dass die Sicherheitsüberprüfung konsequent angewendet werde.
Ungelöste Fragen
Capdevilas Ausnahmegenehmigung gilt nur für das Finale. Sie deckt nicht das gesamte Turnier ab und behebt auch nicht die zugrunde liegende ESTA-Politik. Andere Sportler und Kulturschaffende mit früheren Iran-Reisen bleiben in der Schwebe. Die WM 2026, die von den USA, Kanada und Mexiko gemeinsam ausgerichtet wird, wird zeigen, wie die USA die Einreise Tausender Besucher aus Ländern mit eingeschränkten Reisehistorien handhaben. Fürs Erste gehört Capdevila zu den wenigen, die ihren Flug ohne Sorgen buchen können.




