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US-Marginschulden erreichen Rekord von 1,5 Billionen Dollar – Wahrscheinlichkeit einer Fed-Pause steigt

US-Marginschulden erreichen Rekord von 1,5 Billionen Dollar – Wahrscheinlichkeit einer Fed-Pause steigt

Die US-Marginschulden – also Geld, das sich Anleger von Brokern leihen, um Aktien zu kaufen – sind im Juni auf einen Rekordwert von 1,5 Billionen Dollar gestiegen, wie diese Woche veröffentlichte Daten zeigen. Das entspricht einem Anstieg von 49 % gegenüber dem Vorjahr und deutet darauf hin, dass Händler weiter auf Verschuldung setzen, obwohl die Federal Reserve die Zinsen hoch hält. Dieser Schuldenboom erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Prognosemärkte nur eine 38,5-prozentige Chance für eine Zinspause der Fed in den nächsten drei Sitzungen sehen.

Was uns die Margenverschuldung sagt

Margenverschuldung ist ein zweischneidiges Schwert. Wenn die Aktienkurse steigen, verstärkt geliehenes Geld die Gewinne. Wenn sie fallen, können Margin Calls zu schnellen Verkäufen zwingen und einen Abschwung beschleunigen. Der vorherige Rekord, der Ende 2021 aufgestellt wurde, ging einer scharfen Marktkorrektur im Jahr 2022 voraus. Dieses Mal liegt die Schuldenlast 49 % höher als vor einem Jahr – ein Tempo, das die Aufmerksamkeit von Regulierungsbehörden und Marktteilnehmern erregt hat.

Die Zahlen stammen von der Financial Industry Regulatory Authority (FINRA), die die Margensalden bei Brokerhäusern verfolgt. Ein Gesamtbetrag von 1,5 Billionen Dollar bedeutet, dass der durchschnittliche Margenkreditnehmer mehr Risiko eingeht als je zuvor. Ob dieses Risiko auf wenige große Konten konzentriert oder breit gestreut ist, bleibt unklar, aber die schiere Höhe der Verschuldung deutet auf spekulative Euphorie in bestimmten Marktsegmenten hin.

Wetten auf eine Fed-Pause sind nicht sicher

Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Pause bei einer der nächsten drei Sitzungen des Offenmarktausschusses liegt laut Prognosemärkten derzeit bei nur 38,5 % JA. Das deutet darauf hin, dass die Mehrheit der Händler mindestens eine weitere Zinserhöhung erwartet, bevor die Zentralbank eine Pause einlegt. Die Fed hat seit Anfang 2022 die Zinsen elfmal angehoben und den Leitzins auf ein 23-Jahres-Hoch von 5,25 %–5,5 % gebracht.

Die Diskrepanz zwischen den Rekord-Marginschulden und den relativ geringen Chancen auf eine Zinspause ist auffällig. Falls die Fed weiter strafft, steigen die Kosten für die Margenverschuldung nur noch weiter. Kreditnehmer, die bis zum Äußersten gehebelt sind, könnten mit höheren Zinszahlungen konfrontiert werden, was die Renditen schmälert. Einige Analysten argumentieren, dass die Verschuldung selbst die Fed in Zugzwang bringen könnte – falls nach einer Zinserhöhung ein Markteinbruch erfolgt, könnten die Währungshüter früher pausieren, als die Märkte derzeit erwarten.

Wohin das geliehene Geld fließt

Es ist nicht ganz klar, welche Aktien oder Sektoren das geliehene Geld aufnehmen. Die Daten zu den Marginschulden sind aggregiert; die FINRA schlüsselt sie nicht nach Anlageklassen auf. Aber anekdotische Hinweise deuten auf starke Kreditaufnahme in Technologie- und KI-bezogenen Titeln hin, die die diesjährige Rally angeführt haben. Der Nasdaq 100 ist seit Jahresbeginn um etwa 40 % gestiegen, und Margenverschuldung korreliert tendenziell mit Technologie-Euphorie.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass ein Teil der Schulden in den Optionshandel oder kurzfristige Spekulationen fließt, anstatt in langfristige Positionen. Der Aufstieg von Null-Tage-Optionen – Kontrakte, die innerhalb von 24 Stunden verfallen – ist gut dokumentiert, und Margin kann genutzt werden, um diese Wetten zu hebeln. Die Regulierungsbehörden beobachten die Lage, aber es wurden noch keine neuen Beschränkungen vorgeschlagen.

Die offene Frage

Der nächste große Test kommt Ende Juli, wenn die Fed ihre nächste geldpolitische Sitzung abhält. Falls die Zentralbank die Zinsen erneut anhebt, werden die Margenkreditnehmer den Druck spüren. Falls sie pausiert, könnten die Schulden weiter steigen. In jedem Fall ist die Rekordmarke von 1,5 Billionen Dollar ein blinkendes Warnsignal, dass Anleger groß wetten – und zwar mit geliehenem Geld. Was passiert, wenn die Rechnung fällig wird, ist der Teil, den noch niemand kennt.