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Arkham: 420 Milliarden Dollar in Zcash-Transaktionen – über die Hälfte mit bekannten Wallets verknüpft

Arkham: 420 Milliarden Dollar in Zcash-Transaktionen – über die Hälfte mit bekannten Wallets verknüpft

Arkham Intelligence hat 420 Milliarden Dollar an Zcash-Transaktionsvolumen verfolgt und seine Analyse zeigt, dass mehr als die Hälfte aller Zcash-Aktivitäten bekannten Personen und Institutionen zugeordnet werden kann. Die diese Woche veröffentlichten Ergebnisse unterstreichen eine Kluft zwischen dem kryptografischen Potenzial der Privacy-Coin und ihrer tatsächlichen Nutzung.

Wie Zcashs Datenschutzfunktionen funktionieren – und nicht

Zcash bietet zwei Adresstypen: transparente Adressen (t-Adressen), die jede Transaktion öffentlich auf der Blockchain zeigen, und abgeschirmte Adressen (z-Adressen), die Sender, Empfänger und Betrag mithilfe von zk-SNARKs verbergen. Theoretisch machen abgeschirmte Transaktionen Zcash wirklich privat. In der Praxis verwenden die meisten Börsen, Verwahrstellen und institutionellen Akteure aus Compliance-Gründen standardmäßig transparente Adressen. Das bedeutet, dass ein unverhältnismäßig großer Anteil aller Zcash-Transaktionen öffentlich sichtbar ist, obwohl das Netzwerk selbst Anonymität unterstützt.

Arkhams Forschung bestätigt, dass die zugrunde liegende zk-SNARKs-Kryptografie von Zcash mathematisch solide bleibt. Die meisten realen Transaktionen nutzen jedoch nie die abgeschirmten Funktionen. Das Ergebnis: eine Privacy-Coin, deren Hauptbuch größtenteils für jeden einsehbar ist.

Was die Daten zeigen

Arkhams Tracking identifizierte ein Gesamttransaktionsvolumen von 420 Milliarden Dollar. Mehr als die Hälfte dieses Volumens floss über Wallets, die mit bekannten Entitäten verbunden sind – Börsen, Verwahrstellen oder Einzelpersonen, deren Identitäten mit den Adressen verknüpft waren. Die US-Regierung besitzt sogar ein Zcash-Wallet mit beschlagnahmten ZEC einer ungenannten Person – ein konkretes Beispiel für offizielle Verfolgung der Privacy-Coin.

Auch wenn Nutzer Gelder über abgeschirmte Pools senden, bleiben die Ein- und Ausstiegspunkte auf der Blockchain sichtbar. Das legt die Grenzen der abgeschirmten Aktivität offen und verengt das Datenschutzfenster effektiv auf das Innere des Pools. Arkhams Analyse zeigt, dass zk-SNARKs zwar die Mathematik schützen, die Metadaten jeder Transaktion – wer eingezahlt und wer abgehoben hat – jedoch oft beobachtbar sind.

Die Kluft zwischen Theorie und Praxis

Zcash wurde entwickelt, um Nutzern eine Wahl zu geben: transparent oder abgeschirmt. Aber der Markt hat sich standardmäßig für transparent entschieden. Regulatorischer Druck auf Börsen zur Einhaltung von Anti-Geldwäsche-Vorschriften führt dazu, dass die meisten Plattformen transparente Ein- und Auszahlungen verlangen. Institutionelle Akteure, die den Großteil des Volumens abwickeln, nutzen selten abgeschirmte Adressen. Das Ergebnis ist ein Netzwerk, in dem die Datenschutzfunktion zwar existiert, aber kaum genutzt wird.

Arkhams Forschung behauptet nicht, dass Zcash kaputt ist. Sie zeigt lediglich, dass das reale Profil der Privacy-Coin dem von Bitcoin sehr ähnelt – einem pseudonymen Hauptbuch, in dem die meiste Aktivität verknüpfbar ist. Für Nutzer, die echte Privatsphäre wünschen, funktioniert der abgeschirmte Pool, allerdings nur, wenn sowohl Sender als auch Empfänger ihn nutzen und die Einstiegs- und Ausstiegspunkte ebenfalls abgeschirmt sind. Das ist eine hohe Hürde im heutigen Compliance-lastigen Umfeld.

Das von der US-Regierung beschlagnahmte ZEC-Wallet ist eine Erinnerung daran, dass Strafverfolgungsbehörden Zcash verfolgen können und dies auch tun. Arkhams Daten machen klar: Die größte Schwäche der Privacy-Coin ist nicht die Kryptografie – es ist die Art und Weise, wie die Menschen sie nutzen.