Der Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses hat eine Anhörung zum CLARITY Act angesetzt, einem Gesetzesentwurf, der der Krypto-Branche endlich ein klares bundesstaatliches Regelwerk geben könnte. Die für Ende dieses Monats geplante Anhörung ist der erste formelle Schritt hin zu einem nach Ansicht von Befürwortern dringend benötigten Regulierungsrahmen für digitale Vermögenswerte.
Seit Jahren agieren Krypto-Unternehmen in einer Grauzone, unsicher, ob die SEC oder die CFTC für ihre Token zuständig ist. Der CLARITY Act soll dies klären, indem er definiert, welche digitalen Vermögenswerte Wertpapiere und welche Rohstoffe (Commodities) sind. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, könnte es durch die Beseitigung rechtlicher Unsicherheiten, die institutionelle Anleger bisher zurückhielt, erhebliche Werte im Markt freisetzen.
Was der Gesetzesentwurf bewirken würde
Der CLARITY Act würde einen klaren Test schaffen, um zu bestimmen, ob ein digitaler Vermögenswert ein Wertpapier oder ein Rohstoff ist. Diese Unterscheidung ist wichtig, da sie entscheidet, welche Bundesbehörde den Vermögenswert reguliert – und welche Regeln für Börsen, Broker und Emittenten gelten. Der Gesetzesentwurf enthält auch Bestimmungen für den Sekundärmarkthandel und Verwahrungsstandards.
Branchenverbände fordern seit Jahren eine solche Klarheit. Ohne sie haben viele Projekte ihre Einführung außerhalb der USA gestartet oder bestimmte Token nicht gelistet. Ein klarer rechtlicher Weg könnte diese Vermögenswerte zurück an US-Börsen bringen und neue Entwicklungen fördern.
Warum jetzt
Die Anhörung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Krypto-Märkte nach einem volatilen Jahr 2025 stabilisiert haben. Abgeordnete beider Parteien haben Interesse signalisiert, noch vor dem nächsten Wahlzyklus ein Gesetz zu verabschieden. Der Ausschussvorsitzende hat erklärt, das Ziel sei es, einen Gesetzesentwurf zu erarbeiten, der bis Ende des Jahres zur Abstimmung im gesamten Repräsentantenhaus vorgelegt werden kann.
Nicht alle sind an Bord. Einige Verbraucherschützer argumentieren, der Gesetzesentwurf gehe nicht weit genug, um Kleinanleger zu schützen. Andere meinen, er gehe zu weit und würde bestehende Wertpapiergesetze schwächen. Die Anhörung wird diese Spannungen wahrscheinlich zutage fördern.
Die Anhörung ist für den 22. Juli angesetzt. Zeugen wurden noch nicht bekannt gegeben, aber der Ausschuss wird voraussichtlich Vertreter der SEC, der CFTC und mehrerer Krypto-Unternehmen laden. Nach der Anhörung wird der Gesetzesentwurf in die Markup-Phase übergehen, in der die Abgeordneten Änderungsanträge einbringen können.
Sollte der CLARITY Act den Ausschuss passieren, würde er dem gesamten Repräsentantenhaus vorgelegt. Ein Begleitgesetzesentwurf im Senat wurde noch nicht eingebracht, aber Mitarbeiter sagen, dass Gespräche im Gange sind. Vorerst beobachtet die Krypto-Branche den Anhörungskalender genau.




