Netto-Institutionenkäufe bei Bitcoin haben ins Negative gewechselt, was signalisiert, dass Institute nun Nettoverkäufer des Assets sind. Der Wandel folgte auf Nettoabflüsse bei US-Spot-Bitcoin-ETFs nach dem Verbraucherpreisindex-Bericht für April, der eine Inflation von 3,8 % auswies – den höchsten Wert seit Mai 2023. Charles Edwards, Gründer von Capriole Investments, brachte es auf den Punkt: Institute 'drücken uns erneut unter Druck'.
ETF-Abflüsse nach dem April-CPI
Die Veröffentlichung des CPI am 12. Mai erschütterte die Märkte. Ein Wert von 3,8 % lag über den Erwartungen, und die Reaktion traf die Kryptomärkte rasch. US-Spot-Bitcoin-ETFs, die zuvor der Hauptkanal für institutionelle Zuflüsse gewesen waren, zeigten in den folgenden Tagen Nettoabflüsse. Diese Kapitalumverteilung ist laut Daten der Haupttreiber hinter dem negativen institutionellen Nachfragemaß. Der Zeitpunkt ist ungünstig – Bitcoin war in den Wochen zuvor dank dieser ETF-Ströme stetig gestiegen.
7,75 Millionen Bitcoin im Minus
Derzeit werden rund 7,75 Millionen Bitcoin im Netzwerk mit einem netto unrealisierten Verlust gehalten. Das ist eine große Menge an Angebot, die im Minus liegt. Glassnode weist darauf hin, dass diese Art von Angebotsüberhang eine strukturelle Eigenschaft von Bärenmärkten ist. Sie löst sich nicht schnell auf – schwächere Händler müssen kapitulieren, bevor der Druck nachlässt. Die Frage ist, ob dieser Prozess sich beschleunigt oder in die Länge zieht.
Preis fest bei 77.300 $
Der Bitcoin-Preis bewegt sich größtenteils seitwärts und pendelt um die 77.300 $. Das ist deutlich unter den Höchstständen, aber auch kein freier Fall. Der Markt befindet sich zwischen dem Verkaufsdruck institutioneller Inhaber und der hartnäckigen Hoffnung, dass die Inflationsdaten nachlassen werden. Bislang haben die Verkäufer die Oberhand. Die nächste echte Bewährungsprobe wird kommen, wenn genügend Inhaber mit Verlustpositionen entscheiden, dass sie nicht länger warten können – oder wenn ein neuer Katalysator das Gleichgewicht verschiebt.




