Tokenisierte reale Vermögenswerte – Fonds, Wertpapiere, Bargeldinstrumente – haben das Proof-of-Concept-Stadium hinter sich gelassen. Doch sie starten nicht richtig durch. Chetan Karkhanis von Franklin Templeton weist auf einen hartnäckigen Engpass hin: fragmentierte Standards in Layer-1-Blockchains und Interoperabilitätssysteme, die den Markt daran hindern, zu skalieren.
Fragmentierte Standards
Karkhanis, der die Digital-Asset-Strategie bei dem 1,6 Billionen Dollar schweren Vermögensverwalter leitet, sagt, das Fehlen gemeinsamer technischer Schienen sei das wichtigste strukturelle Hindernis. Verschiedene L1s verwenden unterschiedliche Token-Standards. Interoperabilitätsschichten fügen eine weitere Komplexitätsebene hinzu. Diese Fragmentierung macht es für Institutionen schwierig, ein einziges tokenisiertes Produkt herauszugeben, das über mehrere Chains hinweg funktioniert – oder für Anleger, Vermögenswerte ohne Reibungsverluste zwischen Ökosystemen zu bewegen.
Das Problem ist nicht neu, aber es ist sichtbarer geworden, da immer mehr Finanzinstitute in tokenisierte Angebote drängen. Banken, Vermögensverwalter und Börsen haben in diesem Jahr alle Pilotprojekte oder Live-Produkte gestartet. Doch jedes tendiert dazu, in seiner eigenen Blockchain-Silo zu leben.
Warten auf den Durchbruch
Trotz des Hypes – und echter Fortschritte auf der technischen Seite – haben tokenisierte Vermögenswerte noch nicht den Durchbruch erzielt, den viele vorhergesagt haben. Karkhanis' Analyse deutet darauf hin, dass der Markt in einer Henne-Ei-Schleife steckt: Ohne einen einheitlichen Standard bleibt die Liquidität fragmentiert; ohne Liquidität zögern die Emittenten, sich vollständig zu engagieren.
Franklin Templeton selbst ist in diesem Bereich aktiv und betreibt einen tokenisierten Geldmarktfonds auf mehreren Chains. Aber selbst dieses Produkt, eines der sichtbareren Beispiele, hat keine Welle von Nachahmern im erwarteten Umfang ausgelöst.
Karkhanis untersuchte auch potenzielle Katalysatoren, die die Akzeptanz vorantreiben könnten – obwohl die öffentliche Analyse keine spezifischen Auslöser nennt. Die Implikation ist klar: Bis die Industrie sich darauf einigt, wie Token miteinander kommunizieren, werden tokenisierte RWAs eine Sammlung vielversprechender Pilotprojekte bleiben, anstatt eine einheitliche Anlageklasse zu bilden.




