Ein Krypto-Trading-Startup namens Lighter setzt darauf, dass ein Null-Gebühren-Modell und die behördliche Genehmigung einen Markt erschließen können, der weitgehend ignoriert wurde: US-amerikanische Onshore-Perpetual-Futures. Das Unternehmen argumentiert, dass der Markt für Perpetual-Kontrakte – weltweit Billionen wert – fast vollständig offshore ist, und dass ein Onshore-Angebot mit gebührenfreier Struktur Milliarden an neuem Handelsvolumen anziehen könnte. Lighters Ansatz hängt von zwei Dingen ab: der grünen Licht von US-Regulierungsbehörden und dem Beweis, dass sein Engineering-Team eine Plattform bauen kann, die mit den besten KI-Startups konkurriert.
Ein gebührenfreier Ansatz für Perpetuals
Perpetual Futures, oder „Perps“, sind das am häufigsten gehandelte Krypto-Derivatprodukt, aber fast alle diese Aktivität findet über Börsen außerhalb der USA statt, wie Binance und Bybit. Lighters Null-Gebühren-Modell ist eine direkte Herausforderung für diese etablierten Anbieter, die typischerweise Maker-Taker-Gebühren von 0,01 % bis 0,06 % pro Trade erheben. Durch die vollständige Abschaffung der Gebühren hofft Lighter, Liquidität und Händler anzuziehen, die derzeit durch versteckte Kosten abgeschreckt werden oder sich diese nicht leisten können. Das Unternehmen glaubt, dass der US-Onshore-Perpetual-Markt im Wesentlichen unerschlossen ist – keine große Börse hat bisher ein gebührenfreies Perp-Produkt innerhalb der USA angeboten.
Regulatorischer Weg zu Milliarden
Dieser unerschlossene Status ist kein Zufall. Krypto-Derivate werden in den USA von der Commodity Futures Trading Commission streng reguliert, und die meisten Perp-Produkte wurden für US-Kunden als illegal eingestuft. Lighter strebt die Genehmigung an, als Designated Contract Market oder Swap Execution Facility zu operieren, was es ihm erlauben würde, Perpetuals legal anzubieten. Das Unternehmen argumentiert, dass der Onshore-Markt bei Genehmigung durch die Regulierungsbehörden Milliarden an jährlichem Handelsvolumen wert sein könnte. Aber die CFTC war vorsichtig; jüngste Durchsetzungsmaßnahmen gegen Offshore-Börsen zeigen, dass die Behörde wachsam ist. Lighters Antrag ist noch anhängig, und der Ausgang ist ungewiss.
Engineering-Pedigree
Über den regulatorischen Kampf hinaus setzt Lighter stark auf seine technischen Talente. Das Unternehmen sagt, sein Engineering-Team sei mit dem der besten KI-Startups vergleichbar – ein Hinweis darauf, dass der Bau einer latenzarmen Börse mit hohem Volumen für Perpetuals ebenso eine Software-Herausforderung wie eine finanzielle ist. Das Team hat eine eigene Matching-Engine und ein Risikomanagementsystem von Grund auf entwickelt, die den Durchsatz einer erstklassigen Börse bewältigen und gleichzeitig die Kosten nahe Null halten sollen. Lighter gibt keine konkreten Namen von Ingenieuren preis, aber das Startup hat Aufmerksamkeit von Krypto- und Fintech-Investoren auf sich gezogen, die das Potenzial eines gebührenfreien Onshore-Produkts sehen.
Ob dieses Potenzial Wirklichkeit wird, hängt von einer Sache ab: der Entscheidung der CFTC. Lighters Antrag wird geprüft, und das Unternehmen hat keinen Zeitplan genannt. Bis dahin bleibt der US-Onshore-Perpetual-Markt eine unbeschriebene Tafel – und Lighter wartet auf die Erlaubnis, darauf zu schreiben.




