Die Goldpreise bewegten sich diese Woche kaum, obwohl die Ölpreise aufgrund neuer Instabilität in der Straße von Hormus anzogen. Händler wägen die Nachfrage nach sicheren Häfen gegen die Aussicht auf höhere Zinsen der Federal Reserve ab – eine Kombination, die Gold normalerweise in entgegengesetzte Richtungen zieht.
Warum Gold sich nicht bewegt
Die übliche Rolle des Metalls als Krisenabsicherung würde es normalerweise nach oben treiben, wenn geopolitische Risiken steigen. Doch die erwarteten Zinserhöhungen der Fed wirken dem entgegen. Steigende Zinsen machen verzinsliche Anlagen wie Anleihen attraktiver und schmälern die Anziehungskraft von Gold, da es keine Zinsen abwirft. Daher steckt Gold derzeit in einer engen Spanne fest, da sich Käufer und Verkäufer gegenseitig aufheben.
Geopolitische Prämie für Öl
Die Ölpreise sind dagegen gestiegen. Auslöser ist die Straße von Hormus, eine schmale Wasserstraße, durch die etwa ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen transportiert wird. Die Spannungen dort haben Befürchtungen vor Versorgungsunterbrechungen geweckt. Selbst eine kurze Blockade könnte die Rohölpreise stark in die Höhe treiben. Die Märkte rechnen bereits mit einer Risikoprämie, was sich an der Zapfsäule und in Terminkontrakten zeigt.
Der Faktor Fed
Die Federal Reserve hat zwar keinen genauen Zeitplan genannt, doch die Erwartung einer restriktiveren Geldpolitik steht nun im Mittelpunkt. Höhere Zinsen sollen die Inflation abkühlen, stärken aber auch den Dollar, was zusätzlichen Druck auf Rohstoffe ausübt, die in Dollar notiert sind – einschließlich Gold. Bei Öl ist der Dollar-Effekt gedämpfter, da derzeit Versorgungssorgen die Geschichte dominieren.
Was nächste Woche zu beachten ist
Anleger werden auf neue Aussagen von Fed-Vertretern und auf eine Eskalation in der Straße von Hormus achten. Eine klare Ankündigung einer Zinserhöhung könnte Gold nach unten drücken, während ein neuer Vorfall in der Meerenge Öl noch weiter nach oben treiben könnte. Keiner der Märkte scheint bereit, aus dem aktuellen Muster auszubrechen, bis diese beiden Unbekannten geklärt sind.




