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Ehepaar aus Idaho verklagt Bitcoin Depot wegen 76.000-Dollar-ATM-Betrug – Unternehmen meldet Insolvenz an

Ehepaar aus Idaho verklagt Bitcoin Depot wegen 76.000-Dollar-ATM-Betrug – Unternehmen meldet Insolvenz an

Ein pensioniertes Ehepaar aus Idaho verlor an fünf Tagen im August 2025 Altersersparnisse in Höhe von 76.000 Dollar über Bitcoin-Depot-Geldautomaten – und nun verklagen sie das Unternehmen. Karen und Robert Lacey reichten am 11. Mai eine bundesweite Sammelklage beim US-Bezirksgericht für den Bezirk Idaho ein. Sie werfen dem Geldautomatenbetreiber vor, Transaktionen trotz offensichtlicher Warnsignale abgewickelt zu haben. Wenige Tage später, am 18. Mai, meldete Bitcoin Depot selbst Gläubigerschutz nach Chapter 11 an und stellte sein gesamtes Netzwerk von über 9.000 Geldautomaten in Nordamerika ab.

Wie der Betrug ablief

Die Betrüger gaben sich zunächst als Kundenservice von Norton und später als FBI-Agenten aus. Sie überredeten die Laceys, Bargeld in Bitcoin-Depot-Geräte einzuzahlen, und brachten sogar drahtlose Netzwerke mit der Bezeichnung 'FBI' auf den Telefonen des Paares zum Vorschein – Netzwerke, die noch Monate später sichtbar waren. Die Klage behauptet, Bitcoin Depot habe Gebühren von bis zu 50 % pro Transaktion verlangt und sich auf Bildschirm-Warnaufkleber verlassen, die 'erwiesenermaßen unwirksam' seien.

Warum Bitcoin Depot verklagt wird

Die Kläger argumentieren, Bitcoin Depot hätte eingreifen müssen, als Erstnutzer begannen, große Bargeldeinzahlungen während Telefonaten zu tätigen – klassische Betrugssignale. Die eigenen SEC-Einreichungen des Unternehmens räumen ein, dass seine Dienste 'zur Erleichterung illegaler Aktivitäten wie Betrug ausgenutzt werden könnten' und dass sein Risikomanagement 'möglicherweise nicht ausreichend' sei. Nachdem der Sohn des Paares eine Bundesstrafanzeige eingereicht hatte, stellte Bitcoin Depot zwei Rückzahlungsschecks über jeweils 1.000 Dollar aus – nicht einmal genug, um die Gebühren zu decken, die das Unternehmen eingenommen hatte.

Menschliche Kosten und Branchenkontext

Karen Lacey, mittlerweile im Ruhestand, musste wieder arbeiten und Schichten im Krankenhaus übernehmen, um den Verlust auszugleichen. Der Fall spiegelt eine umfassendere Krise wider: Daten des FBI zeigen, dass Amerikaner im Jahr 2025 333 Millionen Dollar durch Bitcoin-Geldautomaten-Betrug verloren, mit über 10.000 Opfern in einem einzigen Jahr. Zahlen der FTC belegen einen fast zehnfachen Anstieg solcher Verluste zwischen 2020 und 2023, mit einem mittleren Verlust pro Opfer von 10.000 Dollar.

Bitcoin Depots eigene Probleme

Der Insolvenzantrag des Unternehmens folgte auf eine Reihe schlechter Nachrichten. Im März 2026 enthüllte Bitcoin Depot einen Diebstahl von 3,6 Millionen Dollar in Bitcoin aus seinen eigenen Wallets. Der Umsatz im ersten Quartal 2026 sank um 49,2 % gegenüber dem Vorjahr. Die Sammelklage fordert ein Jury-Verfahren, einstweilige Verfügungen sowie Schadenersatz und Strafschadenersatz, plus Rückerstattung gezahlter Gebühren und Anwaltskosten.

Was als Nächstes kommt

Der Rechtsstreit der Laceys richtet sich nun gegen ein Unternehmen in Chapter 11. Ob die Insolvenz von Bitcoin Depot den Zivilprozess verzögern oder stoppen wird, bleibt eine offene Frage. Das Gericht hat noch keinen Verhandlungstermin festgelegt.