Eine neue Studie der Stanford University zeigt, dass künstliche Intelligenz-Systeme in rechtlichen Schlussfolgerungen etwa drei Viertel der Zeit besser abschneiden als Rechtsprofessoren. Diese Erkenntnis könnte die Rechtsbranche zu grundlegenden Veränderungen bei der Arbeitsweise veranlassen.
Was die Studie gemessen hat
Die Forschenden verglichen mehrere KI-Modelle mit einer Gruppe von Rechtsprofessoren bei standardisierten rechtlichen Schlussfolgerungsaufgaben. Die KI-Systeme schnitten dabei etwa in 75 Prozent der Fälle besser ab. Die Studie nannte weder die verwendeten Modelle noch die Anzahl der teilnehmenden Professoren.
Warum sich die Personalplanung verschieben könnte
Wenn KI in vielen Fällen rechtliche Schlussfolgerungen besser bewältigen kann als Menschen, könnten Kanzleien zunehmend auf die Technologie für Recherchen, die Erstellung von Gutachten und Analysen setzen. Dies könnte die Anzahl der benötigten Junioranwälte reduzieren und den Karriereweg neuer Anwälte verändern. Schulungs- und Einstellungsbudgets könnten stattdessen in KI-Werkzeuge und die Ingenieure, die sie warten, umgeleitet werden.
Smart Contract-Prüfung steht auf dem Spiel
Ein Bereich, der die Auswirkungen spüren dürfte, ist die Smart Contract-Prüfung. Diese automatisierten Vereinbarungen befinden sich auf Blockchains und erfordern eine sorgfältige rechtliche und technische Überprüfung. Eine KI, die gut schlussfolgert, könnte Verträge auf Lücken oder Compliance-Probleme schneller und genauer prüfen als ein menschlicher Anwalt. Dies könnte Prüfungsfirmen dazu veranlassen, KI als Standardbestandteil ihres Arbeitsablaufs zu integrieren.
Regulatorische Compliance erhält einen Schub
Unternehmen, die mit komplexen Vorschriften in Bereichen wie Finanzen, Gesundheitswesen oder Datenschutz umgehen, könnten ebenfalls profitieren. KI-Systeme, die rechtliche Experten bei Schlussfolgerungen übertreffen, könnten Firmen dabei helfen, den sich ändernden Vorschriften ohne die Einstellung zahlreicher Compliance-Beauftragter zu folgen. Auch Aufsichtsbehörden könnten ähnliche Tools zur Prüfung von Einreichungen nutzen, was eine neue Dynamik zwischen Durchsetzenden und Überwachten schafft.
Die Autoren der Studie haben nicht mitgeteilt, ob sie die vollständigen Daten oder Methodik veröffentlichen planen. Dies lässt die Frage offen, wie gut diese Ergebnisse einer externen Überprüfung standhalten werden.




