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Verluste bei privaten Krediten steigen – Großbanken beharren auf Sicherheit von 128-Milliarden-Dollar-Exposure

Verluste bei privaten Krediten steigen – Großbanken beharren auf Sicherheit von 128-Milliarden-Dollar-Exposure

Jamie Dimon sagte den Anlegern im April, dass der 1,8 Billionen Dollar schwere Markt für private Kredite kein systemisches Risiko darstelle. Eine Reuters-Analyse von 53 börsennotierten Business Development Companies (BDCs) zeigt jedoch, dass sich die Verluste schnell häufen – 28 BDCs rutschten im ersten Quartal 2026 in die roten Zahlen, mehr als doppelt so viele wie die 12 im Vorjahreszeitraum. Unterdessen halten JPMorgan Chase, Citigroup, Bank of America und Wells Fargo zusammen mehr als 128 Milliarden Dollar an Exposure gegenüber privaten Krediten, wie aus ihren Quartalsberichten zum ersten Quartal hervorgeht.

Banken setzen auf private Kredite

Führungskräfte von Citigroup, Bank of America und Wells Fargo verwendeten nahezu identische Formulierungen, um ihre Engagements in privaten Krediten als „komfortabel“ zu beschreiben. Allein JPMorgan trägt rund 50 Milliarden Dollar an Exposure in diesem Bereich. Das Portfolio von Wells Fargo für „Finanzwerte außer Banken“ beläuft sich auf 210,2 Milliarden Dollar, darunter 36,2 Milliarden Dollar an direktem Exposure aus privaten Krediten. Frühere Angaben von drei großen US-Banken hatten das finanzierungsbezogene Exposure aus privaten Krediten auf rund 108 Milliarden Dollar beziffert – die Summe ist also gestiegen.

Die Bostoner Fed hat festgestellt, dass Banken über Zeichnungsfazilitäten, revolvierende Kreditlinien, Darlehen auf den Nettoinventarwert und Lagerfinanzierungen zu einer zentralen Finanzierungs- und Liquiditätsquelle für private Kreditgeber geworden sind. Damit wird die Frage nach dem Komfortniveau der Banken zu einer zentralen Frage, während der Markt reift.

BDC-Verluste nehmen zu

Die Reuters-Analyse von 53 BDCs – einem gängigen Vehikel für private Kredite – zeichnet ein anderes Bild. Der durchschnittliche Gewinn der Gruppe brach von plus 26 Millionen Dollar auf minus 7,6 Millionen Dollar im Jahresvergleich ein. PIK-Zinsen (Payment-in-Kind), bei denen Zinsen in Form zusätzlicher Schulden statt in bar gezahlt werden, machten 2025 durchschnittlich 8,1 % der Zins- und Dividendeneinnahmen der BDCs aus – etwa doppelt so viel wie vor 2020. Das deutet darauf hin, dass Kreditnehmer Schwierigkeiten haben, Barzahlungen zu leisten.

Bei 14 BDCs mit vollständigen Angaben zu Joint Ventures stieg die außerbilanzielle Kreditaufnahme im Jahr 2025 um 80 % und im ersten Quartal 2026 um weitere 14 %. Diese Art von versteckter Hebelwirkung kann Verluste verstärken, wenn sich der Zyklus dreht, warnt der Finanzstabilitätsrat.

Warnungen der Aufsichtsbehörden

Der Finanzstabilitätsrat (FSB) hat davor gewarnt, dass versteckte oder mehrfache Hebelwirkungen Verluste verstärken können, wenn sich der Zyklus dreht, und dass private Kredite in ihrem derzeitigen Umfang noch nicht durch eine längere Abschwungphase getestet wurden. Die verfügbaren Mitgliedsdaten des FSB erfassen weltweit rund 220 Milliarden Dollar an gezogenen und ungezogenen Banklinien für private Kreditgeber. Das ist eine globale Zahl, aber US-Banken sind ein großer Teil davon.

Dimons Aussage vom April, dass Banken erst bei sehr großen Verlusten getroffen würden, wurde nicht überprüft. Die bisherigen BDC-Verluste konzentrieren sich auf kleinere Fonds, aber das Exposure der Banken ist breit gefächert. Die Frage ist, ob die „komfortable“ Sprache von Citigroup, Bank of America und Wells Fargo Bestand haben wird, wenn sich die Abschwächung vertieft.

Niemand sagt eine Krise voraus. Aber die Zahlen bewegen sich in die falsche Richtung, und die Aufsichtsbehörden beobachten die Lage genau.