Der Internationale Währungsfonds hat Nepal aufgefordert, Kryptowährungsaktivitäten zu verfolgen, und warnte davor, dass die lokale Nutzung digitaler Vermögenswerte zunimmt, obwohl das Land sie offiziell verbietet. Die Empfehlung setzt Kathmandu unter neuen Druck, sich mit einem wachsenden Untergrundmarkt zu befassen, den die Regulierungsbehörden bisher nicht eindämmen konnten.
Ein Verbot, das nicht funktioniert
Nepals Zentralbank, die Nepal Rastra Bank, hat den Krypto-Handel bereits 2021 verboten. Die Regeln untersagen Banken die Abwicklung von Krypto-Transaktionen und drohen Händlern mit Strafen. Das Verbot hat die Einheimischen jedoch nicht davon abgehalten, Bitcoin, Ether und andere Coins zu kaufen und zu verkaufen. Peer-to-Plattformen, Telegram-Gruppen und informelle Bargeldgeschäfte haben die Lücke gefüllt. Händler umgehen einfach das Bankensystem.
Das Ergebnis ist ein Markt, der offen operiert, aber außerhalb eines offiziellen Rahmens. Es werden keine Steuern erhoben, es gibt keinen Verbraucherschutz, und die Zentralbank hat keine Daten darüber, wie viel Geld durch diese Kanäle fließt.
Warum der IWF eingriff
Der Aufruf des IWF zur Überwachung ist Teil seines breiteren Engagements mit der nepalesischen Wirtschaft. Der Fonds drängt auf eine bessere Finanzaufsicht in der gesamten Region, und Krypto ist ein blinder Fleck. Ohne genaue Daten, so der IWF, kann Nepal Risiken wie Geldwäsche, Kapitalflucht oder plötzliche Schocks für das Zahlungssystem nicht bewerten.
Dies ist nicht das erste Mal, dass der IWF ein Entwicklungsland dazu drängt, Krypto zu regulieren, anstatt ein vollständiges Verbot zu verfolgen. Die Mitarbeiter des Fonds weisen oft darauf hin, dass Verbote schwer durchzusetzen sind und Aktivitäten weiter in den Schwarzmarkt treiben können. Die Überwachung gibt den Behörden zumindest einen Einblick in das Geschehen.
Die Herausforderung der Durchsetzung
Die Durchsetzung des Verbots in einem Land, in dem mobiles Geld und Überweisungen bereits stark bargeldbasiert sind, ist schwierig. Die Internetdurchdringung in Nepal ist in den letzten Jahren gestiegen, und viele junge Nepalesen sehen Krypto als Möglichkeit, Einkommen zu erzielen oder gegen eine volatile Landeswährung zu sparen. Die Zentralbank hat einige Börsen-Websites blockiert, aber die Nutzer wechseln schnell zu VPNs und dezentralen Plattformen.
Die örtliche Polizei hat einige wenige Verhaftungen vorgenommen, aber die Zahlen sind im Vergleich zum Umfang des Handels winzig. Ein Beamter sagte letztes Jahr gegenüber einem lokalen Medium, dass sie einfach nicht die Ressourcen hätten, um jede Transaktion zu verfolgen.
Die Empfehlung des IWF bringt Nepals Zentralbank in eine heikle Lage. Zuzugeben, dass das Verbot nicht funktioniert, würde eine große politische Kehrtwende bedeuten. Aber nichts zu tun, riskiert, dass der Untergrundmarkt noch größer wird. Die Regierung hat noch keine formelle Antwort auf den Aufruf des IWF gegeben.
Vorerst agieren Nepals Krypto-Händler in einer Grauzone, und der IWF hat klargestellt, dass es keine Option ist, diese Realität zu ignorieren.




