Das Blockchain-Analyseunternehmen Arkham hat eine öffentliche, durchsuchbare Karte von Krypto-Wallets veröffentlicht, die mit der iranischen Zentralbank in Verbindung stehen, und Verbindungen zur Islamischen Revolutionsgarde-Qods Force und zur Hisbollah aufgedeckt. Die diese Woche veröffentlichte Karte basiert auf Wallet-Adressen, die bereits von US-Sanktionen betroffen sind – darunter zwei Tron-basierte Wallets der Bank Markazi Jomhouri Islami Iran, die das Finanzministerium im April 2024 in seine Liste der besonders bezeichneten Staatsangehörigen (Specially Designated Nationals) aufgenommen hatte.
Was die Karte enthüllt
Arkhams Tool ermöglicht es jedem, Geldflüsse durch Wallets zu verfolgen, die nach Angaben der Behörden von der iranischen Zentralbank genutzt werden, um Gelder unter Umgehung von Sanktionen zu verschieben. Die Wallets enthalten TRC-20-Token – hauptsächlich USDT – im Tron-Netzwerk. Die Karte verknüpft diese Wallets mit zwischengeschalteten Adressen, Brokern, Cross-Chain-Brücken und DeFi-Protokollen, die Iran nutzt, um die Herkunft seiner Kryptowährungen zu verschleiern. Es handelt sich um ein mehrschichtiges System, und Arkham hat es für jeden mit Internetzugang sichtbar gemacht.
Sanktionen und eingefrorene Gelder
US-Behörden haben bereits bei einigen dieser Wallets gehandelt. Sie froren rund 344 Millionen US-Dollar an Krypto-Vermögenswerten ein, die über die sanktionierten Adressen mit der iranischen Zentralbank verbunden waren. Tether bestätigte, dass es diese Gelder auf Anfrage der Regierung eingefroren hat. Der Schritt kam nicht überraschend – das Finanzministerium hatte die Wallets bereits vor mehr als zwei Jahren gekennzeichnet –, aber das Ausmaß der Sperrung ist bemerkenswert. Es handelt sich um eine der größeren Einzelaktionen gegen staatlich verbundene Krypto-Bestände.
Irans Krypto-Fußabdruck
Iran ist kein kleiner Akteur im Krypto-Bereich. Schätzungen von TRM Labs und Chainalysis zufolge belief sich das gesamte Krypto-Transaktionsvolumen des Landes im Jahr 2024 auf 11,4 Milliarden US-Dollar und im letzten Jahr auf 10 Milliarden US-Dollar. Das ist eine Menge Geld, das durch ein System fließt, das darauf ausgelegt ist, die finanzielle Isolation zu umgehen. Das Land prüft zudem die Einführung von Krypto-denominierten Mautgebühren für Schiffe, die die Straße von Hormus passieren – eine potenzielle neue Einnahmequelle, die über die einfache Sanktionsumgehung hinausgeht.
Laufende Überwachung
TRON, Tether und TRM Labs betreiben die T3 Financial Crime Unit, die Missbrauch meldet und hilft, Gelder sanktionierter Gruppen einzufrieren. Aber es gibt eine Grenze: TRON selbst kann Transaktionen nicht direkt überwachen. Die Arkham-Karte fügt eine Ebene öffentlicher Transparenz hinzu, die selbst die Betreiber der Blockchain nicht bieten. Ob dies die Art und Weise ändert, wie Iran Geld bewegt – oder es lediglich dazu zwingt, die Wallets zu wechseln – bleibt eine offene Frage.




