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Justin Bons fordert Absetzung von Charles Hoskinson aufgrund eines Discord-Governance-Vorschlags

Justin Bons fordert Absetzung von Charles Hoskinson aufgrund eines Discord-Governance-Vorschlags

Der interne Kampf um die zukünftige Governance von Cardano hat diese Woche eine scharfe Wendung genommen. Justin Bons, Gründer und CIO von Cyber Capital, forderte am 16. Juni 2026 in einem viralen Beitrag auf X öffentlich die Entfernung von Charles Hoskinson aus dem Projekt. Bons zielte auf IOHKs Vorschlag ab, Governance-Diskussionen auf einen moderierten Discord-Server zu verlagern, und bezeichnete dies als direktes Zensurrisiko.

IOHKs Discord-Vorschlag im Detail

Charles Hoskinson schlug die Idee vor, einen moderierten Discord für die Cardano-Governance zu nutzen, um Lärm und Toxizität zu reduzieren. Er verwies auf den Erfolg der Community seines Midnight-Projekts als Vorbild. Doch Bons sieht das anders – ein zentralisierter Chatroom, in dem eine Handvoll Moderatoren abweichende Meinungen zum Schweigen bringen kann, hat in einem angeblich dezentralen Blockchain-Ökosystem nichts zu suchen.

Cardanos Durchsatz-Realität

Bons nahm auch die technischen Grenzen von Cardano ins Visier. Er berechnete die aktuelle maximale Kapazität des Netzwerks auf etwa 23 Transaktionen pro Sekunde im Jahr 2026, basierend auf den bestehenden Blockgrößenbeschränkungen und 20-Sekunden-Blockzeiten. Das ist weit entfernt von den Skalierbarkeitsversprechen, die das Projekt einst definierten. Die Zahlen sind nicht neu, aber der Zeitpunkt der Erinnerung – genau im Rahmen eines Governance-Kampfes – blieb niemandem verborgen.

Alte Wunden: der Solana-Vergleich

Die Reaktion der Community war schnell und gespalten. CardanoRami, Mitbegründer von Snek, und CashAnvil, ein Constitutional Delegate, verteidigten beide Hoskinsons Discord-Plan und beschuldigten Bons, Angst, Unsicherheit und Zweifel zu verbreiten. Andere erinnerten jedoch daran, dass Cardano einst Solana dafür verspottete, sich über eine sogenannte 'Discord-Kabale' zu koordinieren. Die Ironie, sich nun auf dasselbe Werkzeug zu verlassen, um abweichende Meinungen auszuschließen, entging denen mit langem Gedächtnis nicht.

Keine Lösung in Sicht

Bons zog historische Parallelen zu den frühen Forum-Debatten von Bitcoin auf Bitcointalk und Reddit und warnte, dass zensuranfällige Umgebungen Macht konzentrieren. Der Beitrag löste eine Welle von Reaktionen aus, die tiefe Gräben innerhalb von Cardano offenlegten, wie Governance tatsächlich funktionieren sollte. Hoskinson hat sich bisher nicht öffentlich zu dem Absetzungsruf geäußert. Die Frage ist nun nicht, ob Discord das richtige Werkzeug ist – sondern ob die Community sich überhaupt auf ein Werkzeug einigen kann.