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Morgan Stanley ermöglicht Kunden, Krypto an Galaxy zu verleihen und ETP-Anteile zu erhalten

Morgan Stanley ermöglicht Kunden, Krypto an Galaxy zu verleihen und ETP-Anteile zu erhalten

Morgan Stanley teilte seinen Wealth-Management-Kunden am 5. Juni mit, dass sie nun Bitcoin, Ethereum oder Solana an Galaxy Digital verleihen und dafür Anteile an Spot-Krypto-Exchange-Traded-Produkten erhalten können. Die Vereinbarung stützt sich auf die Genehmigung der SEC vom Juli 2025 für In-Kind-Schöpfungen und -Rücknahmen von Krypto-ETPs, was bedeutet, dass der Tausch nicht als steuerpflichtiger Verkauf gilt. Für eine Bank, die sich bei direkter Krypto-Exposure bisher zurückhielt, ist dies ein bedeutender Schritt – und er kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Markt schwere Verluste verkraftet.

So funktioniert das Kreditprogramm

Berechtigte Kunden übertragen ihre Kryptowährungen an Galaxy Digital, das dann ETP-Anteile ausgibt, die durch diese Sicherheiten gedeckt sind. Da die SEC In-Kind-Mechanismen genehmigt hat, muss der Kunde die zugrunde liegenden Coins nicht verkaufen, um eine ETP-Exposure zu erhalten. Morgan Stanley positioniert dies als Möglichkeit für vermögende Privatpersonen, Krypto über ein vertrautes Vehikel zu halten, während die Bank den steuerlichen und verwahrtechnischen Rahmen sauber hält. Die Bank senkte zudem die Mindesttransaktionsgröße für vermittelte Kunden von 25 Millionen auf 5 Millionen US-Dollar und erweitert damit den Teilnehmerkreis.

Onboarding verkürzt sich von Wochen auf Tage

Morgan Stanley gibt an, dass der neue Prozess die Onboarding-Zeiten um bis zu 75 % verkürzen kann – im Vergleich zu älteren Verfahren, die manchmal mehr als vier Wochen dauerten. Das ist ein großer Effizienzgewinn für einen Service, bei dem Geschwindigkeit zählt – besonders wenn die Preise sich schnell bewegen. Die Bank baut im Wesentlichen die Reibung ab, die Krypto-Kredite wie eine lästige Standardprüfung wirken ließ.

Ein brutaler Marktumfeld

Der Zeitpunkt ist nicht ideal. US-gehandelte Spot-Bitcoin-ETPs verzeichneten in den 13 aufeinanderfolgenden Wochen bis Anfang Juni Nettoabflüsse von 4,4 Milliarden US-Dollar. Bitcoin selbst erreichte Anfang Juni 60.000 US-Dollar, rund 53 % unter seinem Allzeithoch von etwa 126.200 US-Dollar im Oktober 2025. Am 3. Juni beliefen sich erzwungene Krypto-Liquidationen auf 1,8 Milliarden US-Dollar – der höchste Tageswert seit Februar 2026. Diese Zahlen erklären, warum einige Institute nach Wegen suchen, Rendite zu erzielen oder ihre Exposure umzustrukturieren, ohne ein steuerliches Ereignis auszulösen.

Drei Modelle, ein Rennen

Die Morgan-Stanley-Galaxy-Vereinbarung passt in einen breiteren Trend, den Analysten innerhalb der Firma beschreiben. Derzeit laufen drei institutionelle Ansätze für Krypto-Exposure parallel: ETP-Sicherheiten (der bankenfreundliche Weg, den Morgan Stanley geht), direkte Krypto-Sicherheiten (ein struktureller Sprung, den nur wenige Bilanzen verkraften können) und tokenisierte Sicherheitensubstitution (die als das potenziell beständigste Modell im Laufe der Zeit angesehen wird). Welches sich durchsetzt, hängt vom regulatorischen Wohlwollen und der Marktstabilität ab – beides in diesem Frühjahr knapp.

Die nächste konkrete Frage ist, ob andere Großbanken folgen. Morgan Stanley war 2021 die erste große US-Bank, die Kunden Bitcoin-Fonds anbot. Falls sich diese Kreditstruktur als reibungslos erweist, ist damit zu rechnen, dass Konkurrenten beginnen, eigene Pipelines aufzubauen – vorausgesetzt, die SEC stellt kein neues Hindernis in den Weg.