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Mehr Schiffsverkehr in der Straße von Hormus bei nachlassenden Spannungen und stabilisierenden Kosten

Mehr Schiffsverkehr in der Straße von Hormus bei nachlassenden Spannungen und stabilisierenden Kosten

Die Straße von Hormus wird belebter. Bis Mitte Juni bewegen sich mehr Schiffe durch die kritische Wasserstraße, da die regionalen Spannungen nachzulassen scheinen. Parallel zum Anstieg des Verkehrs beginnen sich die Schifffahrtskosten – die in den letzten Monaten in die Höhe geschossen waren – zu stabilisieren.

Warum der Verkehr zunimmt

Nach einer Phase erhöhter militärischer Machtdemonstration und diplomatischer Spannungen hat sich die Atmosphäre um die Straße beruhigt. Reedereien, die Umleitungen vorgenommen oder Fahrten verschoben hatten, schicken ihre Schiffe nun wieder durch den engen Engpass, über den etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung abgewickelt wird. Diese Veränderung erfolgt ohne formellen Waffenstillstand oder öffentliches Abkommen – lediglich aufgrund einer wahrnehmbaren Verringerung von Zwischenfällen, die Versicherer verunsichert und Fahrpläne unberechenbar gemacht hatten.

Stabilisierung der Schifffahrtskosten

Die Kosten für die Durchfahrt durch die Straße waren zu Jahresbeginn deutlich gestiegen, als zu den Standardgebühren Kriegsrisikoprämien und Besatzungsboni hinzukamen. Nun scheinen diese Zusatzkosten zu stagnieren. Branchenbeobachter berichten, dass der Preis für die Bewegung eines Tankers durch die Wasserstraße seinen Anstieg gestoppt hat, allerdings weiterhin über dem langjährigen Durchschnitt liegt. Für Händler und Reeder bietet das Plateau eine gewisse Verschnaufpause – aber noch keine Rückkehr zur Normalität.

Täglich passieren Millionen Barrel Rohöl und Flüssigerdgas aus Produzentenländern wie Saudi-Arabien, Irak und Katar die Straße. Ein anhaltender Anstieg des Verkehrs könnte dazu beitragen, die globalen Energiemärkte zu stabilisieren, die aufgrund von Versorgungsrisiken nervös waren. Die Ölpreise sind in den letzten Wochen bereits leicht gesunken, und die Kostenstabilisierung in der Straße ist ein Faktor, auf den Analysten hinweisen – auch wenn noch niemand von einem Trend spricht.

Die ruhigere Lage kommt auch der Nicht-Energie-Schifffahrt zugute. Containerschiffe und Massengutfrachter, die die Straße während der angespannten Monate mieden, nutzen sie nun wieder bereitwilliger. Das verkürzt die Routen für Waren zwischen Asien und Europa und könnte auf längere Sicht die Frachtkosten senken.

Unsicherheit bleibt

Niemand erwartet, dass die zugrundeliegenden Spannungen verschwinden. Die Region bleibt ein Brennpunkt, und jeder Funke – ein Marinzwischenfall, ein diplomatischer Bruch, ein Cyberangriff – könnte die derzeitige Ruhe zunichtemachen. Vorerst sind die Daten jedoch eindeutig: Mehr Schiffe fahren durch, und die Kosten dafür steigen nicht mehr weiter. Die nächste Frage ist, ob diese Stabilität den Sommer über anhält, wenn die Nachfrage nach Tankerkapazitäten normalerweise stark ansteigt.