Institutionelle Käufer absorbieren etwa 577 % des täglich abgebauten Bitcoin-Angebots, so Charles Edwards, Gründer von Capriole Investments. Bitcoin ist seit seiner letzten Aktualisierung zu institutionellen Flüssen um 12 % gestiegen. Edwards erklärte, dass historisch gesehen, wenn die Nachfrage das tägliche Angebot in dieser Höhe übersteigt, Bitcoin innerhalb weniger Wochen zweistellige Renditen verzeichnete – eine vergleichbare Bewegung könnte den Wert nahe 96.000 US-Dollar bringen.
Warum die Zahlen wichtig sind
Die 577-%-Zahl bedeutet, dass Institutionen nahezu das Sechsfache der täglich abgebauten Bitcoin-Menge kaufen. Edwards wies darauf hin, dass frühere Fälle einer derart extremen institutionellen Nachfrage scharfen Preisanstiegen vorausgingen. Bitcoin notierte am 12. Mai zum Zeitpunkt der Drucklegung bei 81.429 US-Dollar, was einen Aufschwung von etwa 18 % zum Erreichen des Ziels von 96.000 US-Dollar zulässt, falls die Geschichte sich wiederholt. Die Kennzahl stammt aus den proprietären Daten von Capriole, die Ströme aus ETF-Meldungen, Verwahrungsdaten und OTC-Desktätigkeiten verfolgen.
Modellsignale werden bullisch
Die internen Modelle von Capriole haben sich zugunsten von Long-Positionen umgeschwenkt. Trend King, die am längsten laufende Live-Handelsstrategie des Unternehmens, ging bei rund 71.000 US-Dollar in Long-Position. Sie basiert hauptsächlich auf technischen Analysen, bezieht aber ausgewählte on-chain-Daten ein. Der Macro Index, ein rein auf Fundamentaldaten basierendes Modell, das über 200 on-chain- und Makrodatenpunkte verfolgt, wechselte in den 'Erholungsmodus'. Edwards beschrieb dies als einen breiteren Regimewechsel. Beide Modelle sind nun risikofreudig und unterstützen den aktuellen Ausbruch.
Derivate und on-chain-Bild
Der Bitcoin Perps Heat-Indikator zeigte nach übermäßigen Short-Positionen ein 'extrem bullisches Langzeitsignal'. Edwards stellte fest, dass die Marktpositionierung vor dem Ausbruch zurückgesetzt wurde. In den Monaten März und April kam es auf den Derivatemärkten zu einer vollständigen Kapitulation, bei der Hebel abgebaut wurden. Unterdessen verbrachte das Spent Output Profit Ratio (SOPR) erhebliche Zeit unter 1 – historisch ein 'großartiges Bitcoin-Chancen'-Gebiet – und liegt nun wieder über 1, was auf eine Rückkehr positiver Dynamik hindeutet.
Aktienmärkte und makroökonomischer Hintergrund
Edwards wies außerdem auf die Überperformance von Bitcoin seit Beginn des Irankriegs hin, die anhand technischer und fundamentaler Daten eine konsequente Stärke zeigt. Die 'quiet strong market'-Strategie von Capriole bleibt risikofreudig, bei schrumpfenden Kreditspreads und einem günstigen VIX-Regime. Der S&P 500 erreichte ein neues Allzeithoch, wobei Edwards 7.000 als entscheidendes wöchentliches Niveau identifizierte. Doch warnte er vor Schwächen in der Advance-Decline-Linie, hohen Ölpreisen, die mit dem Irankrieg verbunden sind, und dem Gold-zu-Aktien-Verhältnis als langfristige Aktienrisiken – wenn auch ohne bestätigten bärischen Wendepunkt.
Vorerst bleiben Caprioles Modelle in Long-Position, und die Daten deuten auf einen Markt hin, der bereits viel Verkaufstätigkeit aufgenommen hat. Die nächste Bewegung – falls sie der Geschichte entspricht – könnte Bitcoin in Richtung 96.000 US-Dollar treiben. Analysten werden beobachten, ob die institutionelle Nachfrage auf diesem Niveau anhält.




