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SEC-Vorsitzender Atkins schlägt 'Innovationspfad' für On-Chain-Handelsplattformen vor

SEC-Vorsitzender Atkins schlägt 'Innovationspfad' für On-Chain-Handelsplattformen vor

SEC-Vorsitzender Paul Atkins hat diese Woche einen Plan vorgestellt, um einen begrenzten 'Innovationspfad' für On-Chain-Handelssysteme zu schaffen. Dies ist der bislang konkreteste Schritt der Behörde, um krypto-native Märkte in das US-Wertpapierregelwerk einzufügen. In einer Rede am 8. Mai erklärte Atkins, die SEC werde formelle Regelungsverfahren nutzen, um zu entscheiden, wie diese Plattformen in die rechtliche Definition einer Börse passen – eine Frage, die seit Jahren über der Branche schwebt.

Der Vorschlag von Atkins

Atkins bot keine einzelne Lösung an. Stattdessen skizzierte er eine Auswahl möglicher Ansätze: Befreiungen, bedingte No-Action-Schreiben, Pilotprogramme, maßgeschneiderte Registrierung oder sogar ein Modell mit geringeren Auflagen. Das Kernproblem, so sagte er, sei, dass On-Chain-Protokolle automatisch Aufgaben übernehmen können, die nach geltendem Recht separaten Einheiten vorbehalten sind – Börsen, Broker-Dealern, Clearingstellen, Transferagenten. Diese Verschmelzung schaffe rechtliche Unsicherheit, die niemand ignorieren könne.

Die Abteilung für Handel und Märkte der SEC hatte bereits am 13. April bedingte Erleichterungen für selbstverwahrende Krypto-Schnittstellen gewährt – ein Zwischenschritt, während das größere Regulierungspuzzle gelöst wird.

Lehren aus den 1990er Jahren

Atkins verwies auf die eigene Geschichte der SEC als Vorlage. In den 1990er Jahren stand die Behörde vor einer ähnlichen Diskrepanz, als elektronische Handelsnetzwerke aufkamen. Sie reagierte 1998 mit der Regulation ATS, die es alternativen Handelssystemen erlaubte, unter bestimmten Bedingungen als Broker-Dealer zu agieren – eine Balance zwischen Innovation und Anlegerschutz. Atkins deutete an, dass derselbe regulatorische Pragmatismus für die On-Chain-Finanzwelt funktionieren könnte.

Kommissarin Hester Peirce hatte bereits im Dezember eine ähnliche Idee vorgebracht. Sie schlug vor, das Formular ATS für Krypto anzupassen, die Offenlegungspflichten zu überarbeiten und zu überdenken, wie die ATS-Berichterstattung auf öffentlichen Blockchains funktionieren sollte. Auf der Krypto-Seite der SEC wurden zwischen dem 17. März und dem 4. Mai fünf Maßnahmen zur Marktstruktur oder Tokenisierung verzeichnet, was darauf hindeutet, dass das Thema intern aktiv diskutiert wird.

Zwischenschritte und frühere Maßnahmen

Bereits vor Atkins‘ Rede hatte die SEC die Tür einen Spalt geöffnet. Ein FAQ vom Februar stellte klar, dass der Handel mit Paaren von Wertpapieren und nicht als Wertpapiere eingestuften Krypto-Assets nach den aktuellen Regeln zulässig ist, dass bestehende ATS-Formulare Krypto-Offenlegungen verarbeiten können und dass Broker-Dealer-ATS-Betreiber Clearing- und Abwicklungsfunktionen übernehmen können. Diese Antworten beseitigten einige Hindernisse, ließen jedoch die größeren Architekturfragen ungelöst.

Der von Atkins beschriebene Innovationspfad könnte letztlich eine oder mehrere der von ihm genannten regulatorischen Formen annehmen – oder etwas völlig anderes. Formelle Regelungsverfahren werden die Gestalt bestimmen.

Für die Krypto-Industrie gibt es nun eine Richtung. Der nächste konkrete Schritt ist die Veröffentlichung eines Regelungsvorschlags oder einer Aufforderung zur Stellungnahme durch die SEC. Es wurde kein Zeitplan genannt, aber das jüngste Tempo der Behörde – fünf Krypto-bezogene Maßnahmen in weniger als zwei Monaten – deutet darauf hin, dass sie sich nicht auf die lange Bank schieben wird.