Warren Buffett ist der Ansicht, dass starke Kommunikationsfähigkeiten der Schlüssel sind, um das volle Potenzial einer Person zu entfalten – und er ermutigt Menschen, daran weiterzuarbeiten, selbst während er sich auf seinen Rücktritt von Berkshire Hathaway noch in diesem Jahr vorbereitet. Ebenfalls hat Jeff Bezos seit jeher von neuen Mitarbeitern bei Amazon verlangt, eine bestimmte Art klarer, strukturierter Schreibweise zu beherrschen. Ihr gemeinsamer Schwerpunkt auf mündlicher und schriftlicher Kommunikation bietet einen seltenen Einblick in das, was zwei der erfolgreichsten Geschäftsleiter der Welt am meisten schätzen.
Buffetts eigene Schwierigkeiten mit dem öffentlichen Sprechen
Buffett begann nicht als selbstsicherer Kommunikator. In seinen frühen Zwanzigern hatte er solche Angst vor dem öffentlichen Sprechen, dass er sich für einen Dale Carnegie-Kurs anmeldete. Die Erfahrung veränderte ihn. Jahrzehnte später spricht er immer noch vom Kurs als einer der besten Investitionen, die er je getätigt hat. In Bemerkungen anlässlich seines bevorstehenden Rücktritts betonte Buffett, dass Kommunikation keine feststehende Fähigkeit ist – sie erfordert ständige Verbesserung. Er bezeichnete sie als 'extrem wichtig' für alle, die ihr Potenzial voll ausschöpfen möchten, ob sie ein Unternehmen leiten oder gerade erst ihre Karriere beginnen.
Bezos' Memo-Kultur
Jeff Bezos verfolgt einen anderen, aber ebenso rigorosen Ansatz. Bei Amazon müssen neue Mitarbeiter strukturierte Memos verfassen, die starke Verben nutzen und einem thematischen Absatzfluss folgen. Das Unternehmen verbietet bekanntermaßen PowerPoint-Präsentationen zugunsten dieser schriftlichen Dokumente, die zu Beginn von Meetings still gelesen werden. Bezos beschreibt den Prozess als Methode, um Klarheit des Denkens zu erzwingen – wenn man etwas nicht in einem gut strukturierten Memo erklären kann, versteht man es wahrscheinlich nicht gut genug.
Ein gemeinsamer Schwerpunkt, der über den Stil hinausgeht
Obwohl die beiden Milliardäre aus unterschiedlichen Branchen stammen – Investitionen und E-Commerce – spiegelt ihr Nachdruck auf klare Kommunikation eine tiefere Überzeugung wider: dass Ideen nur so mächtig sind wie die Fähigkeit, sie zu vermitteln. Buffett, der Jahrzehnte lang die jährlichen Hauptversammlungen leitete und Aktionärsbriefe verfasste, reduziert komplexe Finanzkonzepte oft auf einfach verständliches Englisch. Bezos hingegen schuf eine Unternehmenskultur, in der das geschriebene Wort mehr Gewicht hat als Folien oder Tabellenkalkulationen. Für Fachleute auf jeder Ebene lautet die Botschaft gleich: Investieren Sie in Ihre Kommunikationsfähigkeit.
Buffetts Rücktritt noch in diesem Jahr wird das Ende einer Ära bei Berkshire Hathaway markieren. Doch sein Rat zur Kommunikation – sie stetig zu verbessern – wird wahrscheinlich länger nachwirken als seine aktive Rolle. Und für Neueinsteiger bei Unternehmen wie Amazon ist die Memo-Schreibpflicht ein direkter Test desselben Prinzips.




