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Russland verabschiedet dauerhaftes Krypto-Gesetz: grenzüberschreitender Handel legalisiert, Inlandszahlungen verboten

Russland verabschiedet dauerhaftes Krypto-Gesetz: grenzüberschreitender Handel legalisiert, Inlandszahlungen verboten

Die russische Staatsduma hat heute ein Gesetz über digitale Währungen und digitale Rechte in zweiter und dritter Lesung verabschiedet. Das Gesetz geht nun an den Föderationsrat und Präsident Putin zur Unterzeichnung und soll in zwei Wochen in Kraft treten. Es erkennt digitale Vermögenswerte als Eigentum an, lizenziert Krypto-Unternehmen und erlaubt Kryptowährungen für den Außenhandel – verbietet jedoch Krypto-Zahlungen für Waren und Dienstleistungen innerhalb Russlands.

Vier Jahre interner Streit

Dieses Gesetz beendet einen langwierigen Konflikt zwischen dem Finanzministerium, das Kryptowährungen legalisieren wollte, und der Zentralbank, die ein vollständiges Verbot forderte. Im Januar 2022 schlug die russische Zentralbank ein totales Verbot vor. Dann kamen der Einmarsch in die Ukraine und die SWIFT-Abschaltung. Die Haltung änderte sich. Putin unterzeichnete im August 2024 ein Experimentiergesetz, das Mining und internationale Krypto-Zahlungen erlaubte. Das heutige Gesetz ist die dauerhafte Ersetzung.

Was das Gesetz regelt

Ab dem 1. September 2026 wird die russische Zentralbank fünf Kategorien von Teilnehmern lizenzieren: Börsen, Makler, Verwaltungsgesellschaften, Verwahrstellen und Wechselstuben. Unternehmen in einem speziellen Register können Börsenaktivitäten durchführen, mit einer Schonfrist bis zum 1. Juli 2027. Die Mindestkapitalanforderung beträgt 15 Millionen Rubel, etwa 190.000 US-Dollar. Lizenzierte Unternehmen müssen einer Selbstregulierungsorganisation beitreten. Als „systematische“ Börsenaktivität gelten zwei oder mehr Geschäfte pro Monat über 3,5 Millionen Rubel.

Kleinanleger, die nicht qualifiziert sind, können bis zu 300.000 Rubel (3.800 US-Dollar) pro Jahr über einen einzigen lizenzierten Vermittler kaufen und bis zu 100.000 Rubel ins Ausland senden. Qualifizierte Anleger haben höhere Grenzen: 3 Millionen Rubel für Käufe und 1 Million für Auslandsüberweisungen. Beide Gruppen müssen einen Risikobewusstseinstest bestehen. Die steuerliche Behandlung folgt den Wertpapierregeln, wobei die Sätze später festgelegt werden. Das Gesetz legt Wert auf Überwachung – ein früherer Plan zur Offenlegung von Wallet-Adressen wurde fallengelassen.

Grenzüberschreitender Handel und Sanktionen

Vielleicht die bedeutendste Änderung: Das Gesetz legalisiert den grenzüberschreitenden Handel mit Kryptowährungen und schafft einen staatlich überwachten Kanal für sanktionierten Handel. Zuvor war Russland auf Graumarktnetzwerke wie Garantex angewiesen, das im März 2025 geschlossen wurde, und den Stablecoin A7A5, der später von Großbritannien sanktioniert wurde. Dies gibt Moskau einen legalen Einstiegspunkt für internationale Abwicklungen ohne den Rubel.

Der Rubel bleibt das einzige gesetzliche Zahlungsmittel. Krypto-Zahlungen für Waren und Dienstleistungen sind verboten, und Werbung für solche Zahlungen ist untersagt. Die Binnenwirtschaft bleibt also rubelbasiert, aber die Tür für den Außenhandel steht nun weit offen.

Was als Nächstes passiert: Der Föderationsrat befasst sich mit dem Gesetz, dann unterzeichnet Putin es. Die zweiwöchige Frist beginnt. Die Lizenzierung startet am 1. September. Die große offene Frage: Wird die Selbstregulierungsorganisation die Regeln tatsächlich durchsetzen, oder werden die alten Graumarktgewohnheiten schwer abzulegen sein?