Der MVRV Z-Score von Bitcoin, eine Kennzahl, die in der Vergangenheit Markthöhepunkte signalisiert hat, wenn sie extreme Werte erreicht, schwebt derzeit nahe 1 – weit unter den Spitzenwerten von 12 im Jahr 2013, 11 im Jahr 2017 und 7 im Jahr 2021. Der Wert vom 14. Mai 2026 deutet darauf hin, dass sich der Markt nicht in der für frühere Zyklushöchststände typischen Euphoriephase befindet. Gleichzeitig sinken die Börsenguthaben weiter, und Spot-Bitcoin-ETFs halten rund 1,3 Millionen BTC, etwa 6,5 % des zirkulierenden Angebots.
Die Geschichte des MVRV Z-Scores
Der Z-Score erreichte während der Post-Halbierungs-Rallye, die Bitcoin im Oktober 2025 auf 126.000 USD trieb, einen Höchststand von etwa 3,5. Das liegt deutlich unter den Werten von 12, 11 und 7 aus früheren Ausbruchsspitzen. Um einen klassischen Zyklushöhepunkt zu bestätigen, müsste die Kennzahl wieder über 3,5 steigen und eine Bewegung in Richtung 6 halten – ein Niveau, das historisch gesehen mehrwöchige Korrekturen eingeleitet hat. Derzeit liegt sie knapp über 1.
Das bedeutet nicht, dass der Zyklus vorbei ist. Es bedeutet, dass die übliche Euphorie ausgeblieben ist – oder dass sich der Zyklus diesmal anders entwickelt.
Börsenbestände schrumpfen weiter
Die auf Börsen gehaltenen Bitcoin-Bestände sind von über 3,3 Millionen BTC Anfang 2022 auf nahe 3 Millionen BTC im Mai 2026 gesunken – obwohl der Preis auf sechsstellige Werte gestiegen ist. Damit der Angebotstrend umschlägt und eine Verteilung signalisiert, müssten die Bestände wieder über 3,2 Millionen BTC steigen. Das ist noch ein weiter Weg.
Die Kombination aus sinkenden Börsenbeständen und einem gedämpften MVRV-Wert deutet darauf hin, dass die Inhaber nicht in Eile sind, auszusteigen. Wäre das der Fall, läge der Z-Score vermutlich höher.
ETF-Akkumulation vs. Einzelhandelsjagd
BlackRocks IBIT dominiert den Markt für Spot-Bitcoin-ETFs, gefolgt von Fidelitys FBTC und den kombinierten Produkten von Grayscale. Die Daten zeigen, dass die ETF-Akkumulation anhielt, selbst als der Preis stagnierte – ein Muster, das eher wie institutionelle Allokationsentscheidungen aussieht als wie FOMO-getriebener Einzelhandel.
Diese institutionelle Nachfrage könnte ein Grund dafür sein, dass der MVRV Z-Score nicht in die Höhe geschossen ist. Große, systematische Käufer erzeugen in der Regel nicht die gleichen euphorischen Spitzen wie eine Welle von Privatanlegern, die auf dem Höhepunkt einsteigen.
Was sich ändern müsste
Damit der Z-Score 6 oder höher erreicht, müsste entweder neue Nachfrage von Privatanlegern hereinströmen oder bestehende Inhaber müssten beginnen, Coins in großem Umfang zurück an die Börsen zu transferieren. Beides passiert derzeit nicht. Die Börsenbestände sinken seit Jahren kontinuierlich, und die ETF-Zuflüsse bleiben stabil, nicht explosiv.
Die Autoren des Artikels weisen darauf hin, dass historische Zyklusschwellen aufgrund struktureller Veränderungen wie institutioneller Akkumulation und ETF-Zuflüssen möglicherweise nicht mehr gelten. Das ist eine berechtigte Frage. Wenn die alten Regeln aufgebrochen werden, bedeutet ein gedämpfter Z-Score nicht, dass der Höhepunkt meilenweit entfernt ist – es könnte bedeuten, dass der Höhepunkt anders aussieht als früher.
Niemand weiß, in welcher Version des Zyklus wir uns befinden. Aber die Daten dieser Woche sagen, dass der Markt nicht überhitzt. Das ist eine Tatsache, keine Prognose.




