Ein Finanzanalyst hat eine deutliche Warnung ausgesprochen, dass die beiden größten Akteure im Stablecoin-Markt, Tether und Circle, trotz erheblicher Reserven in US-Staatsanleihen (T-Bills) auf eine Liquiditätskrise zusteuern könnten. Die Warnung, die diese Woche unter Branchenbeobachtern kursierte, weist auf grundlegende Risse in einem Markt hin, der auf dem Vertrauen beruht, dass jeder Coin auf Verlangen gegen einen Dollar eingelöst werden kann.
Die Art des Liquiditätsrisikos
Die Sorge besteht nicht darin, dass Tether und Circle nicht über ausreichende Vermögenswerte verfügen. Beide Unternehmen melden öffentlich Milliardenbestände an T-Bills. Vielmehr liegt das Problem im Timing. Sollte es zu einer plötzlichen Welle von Rücknahmen kommen – denken Sie an einen Bank Run, aber in Krypto – müssten die Unternehmen möglicherweise schnell T-Bills verkaufen. Dies könnte zu Verlusten führen, wenn die Anleihekurse gefallen sind, oder es könnte einfach Tage dauern, bis die Abwicklung erfolgt, was verunsicherte Nutzer warten lässt. Der Experte warnte, dass selbst eine kurze Verzögerung Panik auslösen könnte, den Preis des Stablecoins unter seine 1-Dollar-Bindung drücken und zu breiteren Marktturbulenzen führen könnte.
Systemische Bedeutung über die beiden Emittenten hinaus
Stablecoins sind die Infrastruktur der Krypto-Welt. Sie ermöglichen den Handel an Börsen, dienen als Sicherheit in DeFi-Kreditprotokollen und fungieren als Wertaufbewahrungsmittel für Millionen von Menschen, die traditionellen Banken nicht vertrauen. Wenn Tethers USDT oder Circles USDC ins Wanken geraten würden, bliebe der Schaden nicht begrenzt. Börsen, die auf sie zur Abwicklung angewiesen sind, würden einfrieren, Kreditpools würden liquidiert, und private Inhaber könnten ihre Ersparnisse verlieren. Regulierungsbehörden in den USA und Europa verfolgen dieses Risiko seit Monaten. Die Warnung verleiht ihrem Drängen nach Regeln, die Stablecoin-Emittenten zwingen, nur hochsichere, kurzfristige Vermögenswerte zu halten und dies durch häufige Prüfungen zu belegen, neue Dringlichkeit.
Was die Regulierungsbehörden jetzt tun
Die Securities and Exchange Commission, das New York Department of Financial Services (das Circles USDC beaufsichtigt) und die europäischen Behörden im Rahmen des MiCA-Rahmenwerks verschärfen alle die Anforderungen. Vorgeschlagene Regeln würden von Tether und Circle verlangen, Reserven in bar oder bargeldäquivalenten Mitteln mit sofortiger Liquidität zu halten, nicht nur in T-Bills, deren Verkauf zwei oder drei Werktage dauert. Einige politische Entscheidungsträger fordern zudem einen obligatorischen Rücknahmestopp, falls die Reserven unter 100 % fallen – eine Sicherheitsvorkehrung, die es während des Terra-Luna-Crashs 2022 nicht gab. Circle erfüllt bereits die Aufsicht des NYDFS, aber Tether mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln sieht sich einer strengeren Prüfung gegenüber, da es versucht, in Europa zu expandieren.
Eine Frage des Vertrauens unter Druck
Beide Unternehmen haben frühere Schreckmomente überstanden. Tether verlor 2023 nach einem Leerverkaufsangriff kurzzeitig seine Bindung, und Circle musste während des Zusammenbruchs der Silicon Valley Bank Rücknahmeverzögerungen hinnehmen. Jedes Mal hielt das System stand. Doch die Warnung des Experten deutet darauf hin, dass es beim nächsten Mal anders kommen könnte. Bei einer Marktkapitalisierung von Stablecoins von inzwischen über 160 Milliarden Dollar ist die Liquiditätsinkongruenz zwischen T-Bills und sofortigen Rücknahmen gefährlicher geworden. Es wurde noch kein formelles Audit veröffentlicht, das die Skeptiker vollständig zufriedenstellt. Der nächste Stresstest wird nicht aus einem Bericht einer Regulierungsbehörde kommen – er wird aus einer echten Panik entstehen.




