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Iran plant Uran-Transfer nach China und gefährdet Atomabkommen-Gespräche

Iran plant Uran-Transfer nach China und gefährdet Atomabkommen-Gespräche

Iran bereitet sich darauf vor, Uran nach China zu verschiffen – ein Schritt, der die bereits fragilen Verhandlungen zwischen Washington und Teheran über ein erneuertes Atomabkommen gefährden könnte. Der geplante Transfer, der von mit der Angelegenheit vertrauten Beamten bestätigt wurde, riskiert, die Spannungen mit den USA zu verschärfen und das geopolitische Gleichgewicht im Nahen Osten neu zu gestalten.

Der Plan und sein Zeitpunkt

Einzelheiten zur Uranlieferung bleiben spärlich, doch der Zeitpunkt ist entscheidend. Die Gespräche zur Wiederbelebung des 2015 geschlossenen Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplans (JCPOA) – aus dem die USA 2018 ausgestiegen sind – stocken seit Monaten. Der Iran hat sein Atomprogramm stetig ausgebaut und reichert Uran auf Niveaus an, die Nichtverbreitungsexperten beunruhigen. Die Verschiffung von Material nach China würde Teheran eine neue Möglichkeit bieten, seine Lagerbestände abzubauen und möglicherweise die Beschränkungen zu umgehen, die der JCPOA durchsetzen sollte.

China hat sich öffentlich nicht zu der Vereinbarung geäußert. Doch seine Bereitschaft, iranisches Uran anzunehmen, wäre eine direkte Herausforderung für westliche Sanktionen und diplomatischen Druck. Peking hat in den letzten Jahren seine wirtschaftlichen Beziehungen zu Teheran vertieft und 2021 ein 25-jähriges Kooperationsabkommen unterzeichnet, das Energie, Infrastruktur und militärische Zusammenarbeit umfasst.

Auswirkungen auf die Atomverhandlungen

Der Uran-Transfer erschwert einen ohnehin schwierigen diplomatischen Weg. Die USA und ihre europäischen Verbündeten haben den Iran gedrängt, zur Einhaltung des JCPOA zurückzukehren, einschließlich der Begrenzungen für die Anreicherung und die Lagerbestände. Wenn der Iran sein angereichertes Uran nach China verlagert, könnte dies die Hebelwirkung verringern, die Inspektoren und Verhandler haben, um Teherans Aktivitäten zu überwachen.

Aus Sicht Washingtons könnte der Schritt als Provokation angesehen werden. Die Biden-Regierung hat wiederholt gewarnt, dass die nuklearen Fortschritte des Iran das Zeitfenster für eine Einigung schrumpfen lassen. Ein hochrangiger Beamter des Außenministeriums erklärte Anfang dieses Jahres, die USA würden kein Szenario akzeptieren, in dem das iranische Atomprogramm effektiv außerhalb des Geltungsbereichs von Inspektionen liegt. Eine Uranlieferung nach China würde einen Teil dieses Programms der Reichweite der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) entziehen.

Geopolitische Folgen

Der Plan verändert auch das größere strategische Bild. Chinas Rolle als Zielort für iranisches Uran festigt seine Position als Schlüsselakteur in den Angelegenheiten des Nahen Ostens, zu einer Zeit, in der Washington versucht, seinen Einfluss in der Region wieder geltend zu machen. Es könnte auch die Beziehungen zwischen den USA und China weiter belasten und eine nukleare Dimension zu den bestehenden Streitigkeiten über Handel, Technologie und Taiwan hinzufügen.

Der Iran gewinnt in Peking einen verlässlichen Partner, der diplomatischen Schutz und Finanzkanäle bieten kann, die US-Sanktionen umgehen. Doch der Schritt birgt auch Risiken für Teheran. Eine direkte Herausforderung des Rahmens des Atomabkommens könnte zu einer härteren Durchsetzung der Sanktionen durch die USA führen, einschließlich sekundärer Strafmaßnahmen gegen chinesische Unternehmen, die das Uran handhaben.

Europäische Regierungen, die versucht haben, einen Kompromiss zu vermitteln, sehen sich nun einer härteren Linie von allen Seiten gegenüber. Frankreich, Deutschland und das Vereinigte Königreich haben darauf bestanden, dass jedes neue Abkommen die IAEO-Aufsicht vollständig wiederherstellen muss. Ein Uran-Transfer nach China würde dieses Ziel untergraben, bevor die Gespräche überhaupt wieder aufgenommen werden.

Was als Nächstes passiert, hängt davon ab, ob die Lieferung tatsächlich stattfindet und wie jede Seite reagiert. Die USA haben noch keine formelle Antwort gegeben, aber Diplomaten erwarten, dass Washington das Thema in den bevorstehenden multilateralen Treffen ansprechen wird. Derzeit sehen die Aussichten für das Atomabkommen noch düsterer aus als zuvor.