Ethereum ist seit August 2025 um 57 % auf 2.100 US-Dollar gefallen, was den ETH/BTC-Kurs im gleichen Zeitraum um 37 % sinken ließ. Doch trotz der Kursschwäche bleiben die On-Chain-Transaktionsvolumen und der Total Value Locked (TVL) im gesamten Ethereum-Ökosystem nahe Allzeithochs – eine Diskrepanz, die die Aufmerksamkeit von Geoff Kendrick von Standard Chartered erregt hat. Er zieht einen direkten Vergleich zu Amazon während des Dotcom-Crashs von 2001 und argumentiert, dass die Fundamentaldaten des Netzwerks eine Erholung befeuern könnten.
Das Kursverhalten und das On-Chain-Paradoxon
Der Rückgang war brutal. Ether wird zu Niveaus gehandelt, die zuletzt Anfang 2024 gesehen wurden, und das Verhältnis zu Bitcoin ist eingebrochen. Doch das Netzwerk verlangsamt sich nicht. Tägliche Transaktionen und der TVL halten sich auf Allzeithochs – ein Zeichen für reale Nutzung, die sich nicht im Tokenpreis widerspiegelt. Diese Kluft zwischen Nutzung und Bewertung ist im Krypto-Bereich selten und bildet den Kern von Kendricks These.
Die Amazon-Analogie von Standard Chartered
Kendrick sieht Ethereum dort, wo Amazon 2001 stand – tief in Ungnade gefallen, aber mit einer zugrunde liegenden Infrastruktur, die letztlich dominieren würde. Er prognostiziert eine Erholung auf 4.000 US-Dollar bis Ende dieses Jahres und auf 40.000 US-Dollar bis 2030 – ein Niveau, das das ETH/BTC-Verhältnis wieder auf die Höchststände von 2021 bringen würde. Die Prognose der Bank stützt sich auf Ethereum's wachsende Rolle bei tokenisierten realen Vermögenswerten und Stablecoins.
Ethereums Dominanz bei Stablecoins und RWA
Ethereum hält weiterhin zwischen 50 % und 65 % des Marktes für Stablecoins und tokenisierte reale Vermögenswerte. Diese Dominanz wird oft als struktureller Wachstumstreiber angeführt – ein Schwungrad, das das Angebot verknappen könnte, wenn mehr Institutionen diese Vermögenswerte auf dem Netzwerk emittieren und handeln. Wenn sich dieser Trend beschleunigt, so die Argumentation, sollte der Preis irgendwann mit der Nutzung gleichziehen.



