Die Securities and Exchange Commission hat diese Woche einen Entwurf des Strategieplans für die Haushaltsjahre 2026–2030 veröffentlicht, der digitalen Vermögenswerten und der Blockchain erstmals ein eigenes Ziel widmet. Das Dokument beschreibt die Blockchain als „Potenzial, die Finanzinfrastruktur Amerikas zu revolutionieren“ und skizziert eine Vision, in der tokenisierte Angebote und On-Chain-Handel unter der Aufsicht der SEC stattfinden – nicht trotz dieser.
Was der Plan tatsächlich sagt
Der Plan identifiziert tokenisierte Angebote und On-Chain-Finanzinfrastruktur als Bereiche, in denen die SEC „konforme Kapitalbildung“ unterstützen will. Es heißt auch, dass Verwahrung, Handel und Staking-Dienste unter angemessener Aufsicht operieren sollten, ohne doppelte oder widersprüchliche Anforderungen. Diese Formulierung ist bedeutsam, da sie einen Wandel von der bisherigen Haltung der Behörde – die stark auf Durchsetzungsmaßnahmen setzte – hin zu dem signalisiert, was das Dokument als „Marktmodernisierung“ bezeichnet.
Der Entwurf baut auf jüngsten SEC-Schritten auf: einer geplanten Innovationsausnahme für tokenisierte Aktien, einer Stellungnahme des SEC-Stabs vom April, die Selbstverwahrungs-Handelsplattformen eine fünfjährige Übergangsfrist für Maklerlizenzen einräumt, sowie Genehmigungen für Nasdaq und NYSE zum Handel mit tokenisierten Aktien. Diese Schritte waren fragmentiert. Der Strategieplan ist der erste Versuch, sie zu einer kohärenten Regulierungsphilosophie zu verweben.
Selways „Innovation ohne Arbitrage“
Jamie Selway, Direktor der SEC-Abteilung für Handel und Märkte, sagte, die Abteilung entwickle einen Rahmen für die Listung und den Handel tokenisierter Wertpapiere. Er führte auch ein Prinzip ein – „Innovation ohne Arbitrage“ – das eine langjährige Kritik von Skeptikern adressiert, die argumentieren, dass die Effizienzgewinne der Blockchain davon abhängen, traditionelle Anlegerschutzmaßnahmen zu umgehen. Selway scheint eine Grenze zu ziehen: Die SEC wird neue Technologien fördern, aber sie wird nicht zulassen, dass Unternehmen diese Technologie nutzen, um Kernregeln zu umgehen.
Separat arbeiten Mitarbeiter der SEC und der CFTC gemeinsam daran, widersprüchliche Regelwerke zu Swap-Meldepflichten, Portfolio-Margining und Produktdefinitionen zu lösen. Diese behördenübergreifende Koordination ist ein weiterer konkreter Schritt, der die Zuständigkeitsverwirrung beseitigen könnte, die die institutionelle Adoption verlangsamt hat.
Reaktion der Branche
Jennie Levin, Chief Legal and Operating Officer der Algorand Foundation, bezeichnete den Wandel der SEC von Durchsetzung zu „einer Einladung, innerhalb einer bekannten rechtlichen Architektur zu bauen“ als eine Veränderung, die die Risikoberechnung von Institutionen verändert. Sie wies auch die Prämisse zurück, dass Blockchain-Effizienz auf Regulierungsarbitrage angewiesen sei. Die wirklichen Ineffizienzen, argumentierte sie, seien fragmentierte Abwicklungsinfrastrukturen und die Intermediäre, die nur existieren, um Vertrauen zu schaffen. „Innovation ohne Arbitrage“ mag Selways Rahmung sein, aber Levins Punkt ist, dass die Branche keine Arbitrage braucht – sie braucht klarere Regeln.
Die Wortwahl der SEC – der Austausch von „Durchsetzung“ gegen „Marktmodernisierung“ – beeinflusst bereits die institutionelle Kapitalallokation, noch bevor formelle Regeln verabschiedet werden. Mehrere Unternehmen haben GFdaily in den letzten Wochen mitgeteilt, dass allein die Sprachverschiebung es einfacher mache, Blockchain-Projekte vor Compliance-Ausschüssen zu präsentieren.
Was als Nächstes kommt
Der Entwurf des Plans liegt zur öffentlichen Kommentierung vor, und die SEC wird ihn später in diesem Jahr finalisieren. Die konkretere Arbeit – der Rahmen für tokenisierte Wertpapiere, den Selways Abteilung erarbeitet, die behördenübergreifenden Regelwerkskorrekturen mit der CFTC – wird länger dauern. Aber die Richtung ist klar: Die SEC behandelt Blockchain nun als Infrastruktur, die innerhalb der Regeln aufgebaut werden soll, nicht als Problem, das von außen überwacht werden muss.




