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Fast 1 Milliarde Dollar an Krypto-Liquidationen: ETH fällt unter 2.000 $, Open Interest auf Rekordniveau

Fast 1 Milliarde Dollar an Krypto-Liquidationen: ETH fällt unter 2.000 $, Open Interest auf Rekordniveau

Ende Mai wurden an einem einzigen Tag fast 959 Millionen Dollar an gehebelten Krypto-Positionen liquidiert, davon etwa 897 Millionen Dollar in Long-Positionen, als Ether kurzzeitig unter 2.000 $ fiel. Die Verkaufswelle ging mit einem Rekord-Open-Interest von 16,39 Millionen ETH in Futures einher – nominal rund 32,6 Milliarden Dollar – was die Abwicklung besonders heftig machte. Es war kein isoliertes Ereignis: Bereits eine Woche zuvor hatten die Märkte weitere 563 Millionen Dollar an Zwangsliquidationen absorbiert, davon etwa 244 Millionen Dollar in Ether-Longs.

Der 24-Stunden-Ausverkauf

Der Großteil des Schadens traf Long-Trader, die auf Leverage gesetzt hatten, als ETH Anfang des Monats gestiegen war. Als der Kurs unter 2.000 $ fiel, beschleunigten kaskadierende Margin Calls und automatisierte Liquidationen den Absturz. Daten aus dem Zeitraum zeigen, dass die überwältigende Mehrheit der 959 Millionen Dollar an Liquidationen aus Long-Positionen stammte – ein klassisches Long-Squeeze-Muster, verstärkt durch das Rekord-Open-Interest. Das frühere Ereignis mit 563 Millionen Dollar eine Woche zuvor hatte ein ähnliches Profil, allerdings mit einem geringeren Anteil an Ether-spezifischen Longs.

Aave reagiert nach Gerichtsbeschlagnahme-Warnung

Anfang Mai hatte Aave gewarnt, dass eine geplante gerichtliche Beschlagnahme von rund 30.765 ETH im Zusammenhang mit Rückgewinnungen von Exploits zu kaskadierenden Liquidationen auf seinen Kreditmärkten führen könnte. Die Sorge war, dass ein erzwungener Verkauf dieser Sicherheiten ETH weiter drücken und eine Kettenreaktion unter Wasser stehender Kredite auslösen könnte. Als Reaktion hat Aave seitdem die LTV-Verhältnisse (Loan-to-Value) für WETH aus der Zeit vor dem Vorfall – auf mehreren Netzwerken etwa über 80 % – in seinen V3-Implementierungen wiederhergestellt, als Teil dessen, was das Unternehmen als Nachbearbeitung des Vorfalls bezeichnete. Die Wiederherstellung deutet darauf hin, dass das unmittelbare Risiko dieser speziellen Beschlagnahme vorüber ist, zeigt aber auch, wie schnell eine gerichtliche Anordnung DeFi-Kreditprotokolle erschüttern kann.

Warum gehebelte Kredite Schwankungen verstärken

DeFi-Kredite basieren auf Überbesicherung: Kreditnehmer stellen mehr Sicherheiten, als sie leihen. Doch bei starken Kursrückgängen können Oracle-Preisaktualisierungen, plötzliche Sprünge der Kredit-APR und Rennen zwischen Liquidationsbots konzentrierten Verkaufsdruck auf der Blockchain erzeugen. Das Rekord-Open-Interest bedeutete, dass viele gehebelte Positionen selbst bei einem moderaten Rückgang anfällig waren. Als ETH unter 2.000 $ fiel, setzten die Mechanismen heftig ein. Die frühere Aave-Warnung zur gerichtlich angeordneten ETH-Beschlagnahme zeigte dieselbe Verletzlichkeit: Ein einzelnes großes Liquidationsereignis kann einen Dominoeffekt auslösen, wenn die Märkte bereits angespannt sind.

Der spezifische ‚rsETH-Vorfall‘, der Aaves Wiederherstellung des LTV auslöste, bleibt aus öffentlichen Unterlagen unklar, aber das allgemeine Muster ist bekannt: Wenn Leverage auf Rekordniveaus steigt, kann die Abwicklung plötzlich und kostspielig sein. Da das Open-Interest weiterhin erhöht ist und ETH wieder über 2.000 $ gehandelt wird, beobachten Händler den nächsten Auslöser – sei es eine gerichtliche Anordnung, eine Wal-Transaktion oder einfach ein normaler Rücksetzer, der zu etwas Größerem wird.