Die Trump-Administration hat zwei der mächtigsten kriminellen Organisationen Brasiliens – Comando Vermelho (CV) und Primeiro Comando da Capital (PCC) – als „Specially Designated Global Terrorists“ (SDGT) eingestuft. Der am Mittwoch angekündigte Schritt zielt auf Gruppen ab, die zunehmend auf digitale Währungen zurückgreifen, um Erlöse aus ihren flächendeckenden Drogenhandelsoperationen zu waschen.
Was die Einstufung bedeutet
Das SDGT-Label friert alle in den USA befindlichen Vermögenswerte der Gruppen ein und macht es zu einer Straftat, wenn US-Bürger oder -Unternehmen mit ihnen Geschäfte tätigen. Es ermöglicht US-Ermittlungsbehörden zudem, die Finanznetzwerke, die diese Banden grenzüberschreitend aufgebaut haben, zu verfolgen und zu unterbinden. Sowohl CV als auch PCC betreiben seit langem Drogenrouten, über die Kokain von Südamerika nach Europa und Afrika transportiert wird, wobei einige Lieferungen auch die USA erreichen.
Der Krypto-Zusammenhang
Ermittler haben dokumentiert, wie beide Organisationen digitale Währungen als Instrument zur Geldwäsche nutzen. Die Banden bewegen illegale Gelder über Kryptowährungsbörsen, Peer-to-Peer-Plattformen und manchmal über ihre eigenen privaten Wallets, was es den Behörden erschwert, dem Geld zu folgen. Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums erklärte, die Gruppen nutzten Lücken in der globalen Krypto-Regulierung aus, um ihre Operationen zu finanzieren und ihre territoriale Kontrolle auszuweiten.
CV und PCC sind für internationale Strafverfolgungsbehörden kein Neuland. Doch die SDGT-Einstufung – normalerweise für Gruppen wie al-Qaida, IS und Hisbollah reserviert – signalisiert einen Wandel in der Art und Weise, wie die USA organisierte Kriminalität betrachten, die dezentrale Finanzsysteme nutzt. Sie öffnet zudem die Tür für die USA, Sanktionen gegen ausländische Banken oder Börsen zu verhängen, die wissentlich Gelder für diese Banden abwickeln.
Warum jetzt
US-Beamte erklärten, der Zeitpunkt spiegele die wachsende Raffinesse der Finanznetzwerke der brasilianischen Kartelle wider. In den letzten Jahren haben sich sowohl CV als auch PCC über den Straßenverkauf von Drogen hinaus in den Großhandel entwickelt und nutzen dabei oft Kryptowährungen, um Lieferanten in Kolumbien und Bolivien zu bezahlen oder Schulden bei europäischen Käufern zu begleichen. Das US-Außenministerium wies darauf hin, dass die Gruppen Krypto auch zum Kauf von Waffen und zur Bestechung von Beamten eingesetzt hätten.
Die Einstufung erfolgte mit wenig öffentlichem Aufsehen – eine kurze Mitteilung im Federal Register und eine knappe Erklärung des Finanzministeriums. Brasilien hat sich noch nicht offiziell geäußert, obwohl die Regierung von Präsident Jair Bolsonaro in der Vergangenheit bei Anti-Drogen-Operationen mit den USA kooperiert hat.
Was als Nächstes kommt
Bundesstaatsanwälte in Miami und New York haben bereits begonnen, Fälle zu prüfen, die mit CV- oder PCC-verknüpften Krypto-Wallets zu tun haben. Der nächste Schritt könnten Anklagen gegen einzelne Anführer oder gegen Banken sein, die Geld für sie bewegt haben. Ein Beamter des Finanzministeriums erklärte, die Behörde werde innerhalb weniger Wochen eine Liste spezifischer digitaler Wallet-Adressen veröffentlichen, die mit den Gruppen in Verbindung stehen, um den Börsen klare Compliance-Vorgaben zu geben.




