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ICE drängt auf klare Regeln für 24/7 Onchain-Perpetual-Futures, während Hyperliquid an Boden gewinnt

ICE drängt auf klare Regeln für 24/7 Onchain-Perpetual-Futures, während Hyperliquid an Boden gewinnt

Die Muttergesellschaft der New Yorker Börse möchte, dass die Regulierungsbehörden klare Grundregeln für den rund um die Uhr stattfindenden Onchain-Handel mit Perpetual Futures festlegen. Intercontinental Exchange (ICE) macht sich dafür stark, da neuere, krypto-native Plattformen wie Hyperliquid Marktanteile in einem Geschäft fressen, das einst nur der Wall Street vorbehalten war.

Warum Sprecher sich äußert

ICE-CEO Jeffrey Sprecher sagte Teilnehmern einer kürzlichen Branchenkonferenz, dass das Fehlen eines definierten Regulierungsrahmens für 24/7 Onchain-Perpetuals zu einem Wettbewerbsnachteil werde. Perpetual Futures – Kontrakte, die nie verfallen und es Händlern ermöglichen, mit Hebelwirkung auf Preisrichtungen zu wetten – haben auf dezentralen Börsen ein Volumenexplosion erlebt. Hyperliquid, einer der größten, wickelt jetzt täglich Milliarden Dollar ab, ohne eine zentrale Clearingstelle oder Börsenlizenz.

Sprecher argumentierte, dass etablierte Marktbetreiber wie ICE bereit seien, ähnliche Produkte anzubieten, aber die SEC und CFTC müssten klarstellen, wie Wertpapier- und Rohstoffgesetze auf tokenisierte Versionen dieser Kontrakte anzuwenden sind. Ohne diese Klarheit, sagte er, verlagere sich Innovation auf unregulierte Plattformen außerhalb der US-Aufsicht.

Die Hyperliquid-Bedrohung

Hyperliquid ist kein einzelnes Unternehmen, sondern ein dezentrales Protokoll, das auf seiner eigenen Blockchain läuft. Es hat keinen CEO, keinen Hauptsitz und keine Registrierung bei US-Regulierungsbehörden. Das hat es ihm ermöglicht, schnell zu agieren – Dutzende von Perpetual-Paaren für Kryptowährungen zu listen, einen eigenen Token zu lancieren und Hochfrequenzhandelsfirmen anzuziehen, die früher auf CME oder ICE für ihr Bitcoin-Engagement angewiesen waren.

„Wir sehen, wie viel Volumen auf diese Onchain-Plattformen abwandert“, sagte Sprecher. „Wenn wir wollen, dass diese Aktivität unter denselben Anlegerschutzbestimmungen stattfindet, die in unseren Märkten existieren, brauchen wir einen sinnvollen Regulierungsweg.“ Seine Kommentare spiegeln eine wachsende Frustration unter traditionellen Börsenbetreibern wider, die sich durch Regeln eingeschränkt fühlen, die vor der Existenz des Blockchain-Handels geschrieben wurden.

Was regulatorische Klarheit ermöglichen würde

ICE experimentiert seit Jahren mit digitalen Vermögenswerten – seine Bakkt-Plattform startete 2019 Bitcoin-Futures – hat aber bisher Perpetual Swaps, das mit Abstand beliebteste Krypto-Derivatprodukt, vermieden. Ein klares Regelwerk würde es ICE ermöglichen, ein Produkt zu entwickeln, das auf einer Blockchain abgerechnet wird, rund um die Uhr handelbar ist und dennoch den Börsenregistrierungs-, Margen- und Marktüberwachungsanforderungen entspricht.

Das Unternehmen hat auch die institutionelle Nachfrage nach tokenisierten Versionen traditioneller Vermögenswerte im Auge. Wenn Perpetual Futures auf Aktien oder ETFs rund um die Uhr onchain gehandelt werden könnten, wäre das eine direkte Herausforderung für das eigene Geschäftsmodell der NYSE – weshalb ICE der Erste sein will, der sie unter regulierten Bedingungen anbietet.

Der Vorstoß erfolgt, während andere große Börsen, darunter CME Group und Nasdaq, ebenfalls Interesse an Krypto-Perpetuals signalisiert haben. Noch hat keine ein reguliertes Onchain-Produkt eingeführt. Der Stillstand ist immer derselbe: Niemand ist sich sicher, welche Behörde zuständig ist oder wie die Compliance-Grundlage aussieht.

Es wurde kein formeller Vorschlag bei der SEC oder CFTC eingereicht. Sprecher räumte ein, dass die Bemühungen eine Koordination zwischen den beiden Behörden erfordern würden, die sich darüber gestritten haben, wer die Krypto-Spot- und Derivatemärkte überwacht. Derzeit lobbyiert ICE hinter den Kulissen und wartet auf ein Signal, dass Washington bereit ist zu handeln.

Wenn dieses Signal ausbleibt, wird das Volumen weiter zu Hyperliquid und seinen Mitbewerbern fließen – und die nächste Generation der Marktinfrastruktur wird außerhalb der Reichweite der US-Regulierungsbehörden aufgebaut.